BULGARIEN

Ausbau einer Klosterkirche in Sofia

Karmelitin im Konvent in Sofia

Karmelitin im Konvent in Sofia.

So arm wie der Großteil der Bevölkerung ist auch die katholische Kirche in Bulgarien. Die meisten Priester und Ordensschwestern können sich finanziell kaum über Wasser halten.

Dennoch ist der Einsatz der Gläubigen, die nur eine Minderheit von nicht einmal zwei Prozent an der Gesamtbevölkerung ausmachen, bewundernswert. Die Leute engagieren sich stark, aber es gibt kein Geld. Die Kirche braucht finanzielle Unterstützung, um weiterarbeiten zu können.

Trotz aller Probleme lebt die katholische Kirche in Bulgarien, und das ist ein Wunder nach den Schrecken des Kommunismus. “Die Kommunisten wollten, dass wir aussterben, und waren sich sicher, dass sie es erreichen würden”, sagt eine Ordensfrau. Das atheistische Regime hatte sich jedoch geirrt, denn obwohl die Kirche zu kommunistischer Zeit schwere Repressalien zu erdulden hatte, hat sie überlebt.

Schwester Beate aus dem Karmelitinnenkloster in Sofia erzählt, wie sie verhaftet und verhört wurde. Zum Verhör nahm sie einen Rosenkranz und eine kleine Muttergottesstatue mit – beides hatte sie aus Brot gefertigt. Nach ihrer Entlassung aus der Haft riet man ihr, das Ordenskleid abzulegen, nach Hause zu gehen und die katholische Kirche zu vergessen. Diesem Rat folgte sie nicht. Bis heute ist sie Karmelitin.

Das Schicksal traf den Konvent aber noch härter, denn ein Dekret enteignete 1957 die Kirche, so dass alle Gebäude (Pfarrhäuser, Klöster, Krankenhäuser etc.) dem Staat zufielen. Nur Kirchengebäude und ein zwei Meter breiter Streifen ringsherum blieben im Besitz der Kirche. Die Karmelitinnen sahen nur eine einzige Chance für das Überleben ihrer Gemeinschaft: Sie bezogen gemeinsam mit den Eucharistieschwstern in Sofia die Empore in deren Klosterkirche.

Das Konvent der Karmelitinnen in Sofia.

Das Konvent der Karmelitinnen in Sofia.

Auf diesem beengten Raum harrten sie 40 Jahre aus. Junge Frauen, die sich ihnen anschlossen, waren davon überzeugt, diese Lebensumstände für immer gewählt zu haben, denn mit dem baldigen Zusammenbruch des Kommunismus rechnete niemand. Eine Schwester sagt: “Manchmal war ich verzweifelt, aber ich hielt fest an Gott. So ging es uns allen.” Eine andere Schwester ergänzt: “In dieser Armut waren wir enger mit Jesus Christus verbunden.” Durch Fremdsprachen-Unterricht und milde Gaben von Menschen, die noch immer mit den Schwestern verbunden waren, konnten sie überleben.

Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus können die Schwestern wieder ihrer Berufung folgen. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, malen sie Ikonen. 1995 konnten sie damit beginnen, ein Kloster mit einer Kirche zu errichten. KIRCHJE IN NOT hat ihnen mehrfach  geholfen.

Die ursprünglichen Gebäude sind aber mittlerweile schon zu klein, denn das Kloster ist zu einem geistigen Zentrum geworden. Immer mehr Gläubige kommen zu den Gottesdiensten in der Klosterkirche, es besteht auch eine rege Nachfrage nach Einkehrtagen und Exerzitien. Die Kirche muss also erweitert werden. Auch das Kloster benötigt einen Anbau, damit die Klausur geschützt bleibt und dennoch genug Platz ist.

Wir wollen mit 50.000 Euro helfen.

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28.Mrz 2011 16:57 · aktualisiert: 17.Apr 2015 09:16
KIN / S. Stein