KUBA

Renovierung des Nationalheiligtums

Maria von El Cobre, ein nationales Heiligtum in Kuba.

2012 ist ein wichtiges Jahr für Kuba: Das ganze Land feiert dann das 400. Jubiläum der Auffindung des Gnadenbildes Unserer Lieben Frau der Barmherzigkeit von El Cobre. 1612 wurde es von drei Salzsuchern in der Bucht von El Nipe gefunden und nach El Cobre verbracht.

Seitdem spielt es nahezu bei allen wichtigen Ereignissen der Geschichte des Landes eine herausragende Rolle. Papst Benedikt XV. ernannte die heilige Jungfrau von El Cobre 1916 zur Schutzpatronin Kubas.

Trotz des kommunistischen Atheismus seit über 50 Jahren ist das Gnadenbild ein Symbol der Einheit des kubanischen Volkes. Es wird nicht nur von Katholiken verehrt, sondern wurde “selbst für Nichtgläubige zu einem Symbol kubanischer Nationalität und Kultur”, wie der Erzbischof von Santiago de Cuba, Dionisio García Ibáñez, sagt. Zwischen unzähligen anderen Ex-Voto-Gaben, die Gläubige aus Dankbarkeit für die Erhörung ihrer Bitten gestiftet haben, hängt auch eine, die einst die Mutter von Fidel Castro und seinem Bruder Raul gespendet hat.

Drei Jahre lang bereitet sich Kuba auf die Jubiläumsfeierlichkeiten vor. Zurzeit “pilgert” eine Nachbildung des Gnadenbildes durch alle Diözesen Kubas. Sie kommt in die Pfarreien und in die Häuser der Gläubigen, wo sie begeistert willkommen geheißen und innig verehrt wird. Es gibt Andachten für Schwangere, Mütter, Eheleute, Kranke etc. – jedes Anliegen wird vor die Heilige Jungfrau getragen.

Die kubanischen Bischöfe berichten immer wieder, dass die Menschen in Kuba nahezu von Natur aus religiös seien. Bischof Juan de Dios Hernández-Ruiz, Weihbischof von Havanna, erklärt: “Die Revolution Fidel Castros hat der Kirche fast alles genommen. Wir haben damals eine ähnliche Erfahrung gemacht wie Maria, als sie am Karfreitag ihren toten Sohn in den Armen hielt. Dieser Moment schien für die Muttergottes das Gegenteil der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel zu sein. Aber Maria ist nicht mit ihrem Schmerz zurückgeblieben. So lebt inmitten des Bösen und der Schmerzen die Hoffnung.”

Kinder vor der Marienstatue von El Cobre.

Kinder vor der Marienstatue von El Cobre.

Diese Hoffnung ist in der kubanischen Kirche lebendig, und sie scheint sich nicht zu täuschen: Das Jubiläum des Gnadenbildes von El Cobre fällt nämlich in eine Zeit des Wandels. Im vergangenen November konnte in der Diözese Havanna das erste seit der Revolution Fidel Castros neu erbaute Priesterseminar eröffnen. Die Kirche freut sich insgesamt über eine Zunahme an Baugenehmigungen. Auch die Freilassung politischer Häftlinge macht Hoffnung auf eine vorsichtige Öffnung. Im August 2008 wurde sogar die Eröffnung der Nationalen Mission durch das staatliche Fernsehen übertragen.

Dies erscheint angesichts von Gotteshäusern, die in der Vergangenheit von der Regierung zu Turnhallen umfunktioniert wurden, nahezu wie ein Wunder. Die katholische Kirche in Kuba verfügt aber über keine Fernsehsender oder andere Medien, sondern die Gläubigen müssen selbst zu Verkündern der Frohen Botschaft werden, sagt Weihbischof Hernández Ruiz. Starke Impulse dafür gehen vom Marienheiligtum von El Cobre aus, das gewissermaßen das Herz Kubas ist.

Erweiterung des Pilgerzentrums

Obwohl es kaum Verkehrsmittel gibt, wird die Wallfahrtstätte jährlich von mehr als einer halben Million Pilger besucht, und die Zahl der Betenden steigt. Aber das Heiligtum, zu dem nicht nur die Wallfahrtskirche selbst, sondern auch ein Pilgerzentrum, ein Gästehaus, ein Exerzitienhaus sowie ein Kloster gehören, konnte seit 50 Jahren nicht mehr renoviert werden: Angesichts des immer stärker werdenden Andrangs bedarf es auch dringend der Erweiterung.

Daher möchten wir mit einer ersten Hilfe von 100.000 Euro dazu beitragen, dass das für Kuba so wichtige Heiligtum in einen würdigen Zustand versetzt wird und die vielen Pilger, die mit ihren Anliegen zur Heiligen Jungfrau kommen, aufgenommen werden können.

Hier können Sie direkt online spenden.

Schlagworte:
Bauhilfe · El Cobre · Jubiläum · Kuba · Marienfeste · Wallfahrt
28.Mrz 2011 16:57 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:01
KIN / S. Stein