SLOWAKEI

Bau einer griechisch-katholischen Kirche

Skizze des Kirchenbaus

Skizze des Kirchenbaus.

Die Slowakei ist ein überwiegend katholisches Land ist. Neben den fast 70 Prozent römisch-katholischen Christen gibt es auch etwa vier Prozent, die griechisch-katholisch sind. Sie feiern Gottesdienste im byzantinischen Ritus, aber sie sind mit Rom uniert.

Bischof Jan Babjak von Presov wurde 1953 geboren, als die griechisch-katholische Kirche von den Kommunisten bereits liquidiert worden war. Ab 1968 kamen die Priester zurück in die Pfarreien, aber noch immer war die Kirche Repressalien ausgesetzt. Zu kommunistischer Zeit war es für Priester gefährlich, wenn sie sich nicht der staatlich kontrollierten Organisation der so genannten “Friedenspriester” anschließen wollten.

Heute ist die griechisch-katholische Kirche wieder frei und aktiv. Die Kirchen sind voll, und Bischof Babjak berichtet davon, dass die Menschen ihren Glauben intensiv leben und mit tiefer innerer Andacht die Sakramente empfangen. Sie kommunizieren beispielsweise nur, wenn sie vorher gebeichtet haben. In der Kathedrale von Presov ist jeden Tag von 5 Uhr morgens bis 19 Uhr Beichtgelegenheit. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt findet man dort mindestens fünf oder sechs Gläubige, die beichten möchten.

Der mittlerweile emeritierte Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen im Vatikan, Kardinal Daoud, besuchte vor einigen Jahren die Diözese Presov. Unter anderem sollte er zu Sehenswürdigkeiten der Diözese geführt werden: zu 28 alten Holzkirchen. Auf dem Weg dorthin machte die Delegation einen spontanen Abstecher in eine “normale” Pfarrei. Der Kardinal fragte erstaunt, was für ein Feiertag sei, denn die Kirche war voll! Es war aber nur ein ganz gewöhnlicher Werktag.

Heute steht die Kirche vor anderen Herausforderungen als zu kommunistischer Zeit. Nun ist es der Liberalismus, der die Gesellschaft negativ prägt. Wenn sich die Kirche öffentlich äußert, gibt es starke Gegenreaktionen. “Die Sakramente sind die Kraft, die unsere Leute in einem Meer von Liberalismus hält”, unterstreicht der Bischof.

Arbeiter auf der Baustelle

Arbeiter auf der Baustelle in Snina-Brehy.

Die Pfarrgemeinde von Snina-Brehy gehört zu den jüngsten Pfarreien. Ihr gehören rund 1640 griechisch-katholische Gläubige an. Zwischen Oktober und April sind es noch mehr, denn viele alte Leute, die in den Nachbardörfern leben, ziehen in dieser Zeit zu ihren Kindern, um Heizkosten zu sparen. So gibt es noch einmal 500 Gläubige, die vorübergehend in der Pfarrei wohnen.

Die Gemeinde hat aber kein Gotteshaus, denn die Bewohner wurden von den Kommunisten angesiedelt, durften aber keine Kirche bauen. Der Ersatzraum, der ihr zur Verfügung gestellt wurde, hat 90 Sitzplätze, es kommen aber zu jedem Gottesdienst 250 Menschen.

Gemeinde in einer armen Region

In der Region gibt es nur wenige Arbeitsplätze. Daher sind die Menschen arm, obwohl sich die Slowakei insgesamt wirtschaftlich entwickelt. Deswegen kann die Gemeinde den bereits begonnenen Bau, den wir bereits zweimal unterstützt haben, nicht aus eigener Kraft fertig stellen. Aus diesem Grund haben wir noch einmal 10.000 Euro zugesagt.

Bischof Jan Babjak ist allen Wohltätern dankbar und versichert, dass jeden Tag in jeder Liturgie für die Wohltäter der griechisch-katholischen Kirche gebetet werde. Er hofft, dass dadurch ein Austausch stattfindet und die Wohltäter, die materielle Hilfe geben, von der Kirche in der Slowakei “geistliche Güter” zurückerhalten.

Hier können Sie direkt online spenden.

28.Mrz 2011 16:58 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:01
KIN / S. Stein