TANSANIA

Ein Auto für die Seelsorge

Bischof Ludovic Minde

Ludovic Minde, Bischof von Kahama.

Bischof Ludovic Minde stammt aus der Region des Kilimandscharo. Dort sind die Menschen energisch und wollen das Leben verändern, erzählt er uns. Diese Eigenschaft benötigt er in seiner Diözese Kahama im Nordwesten Tansanias dringend.

75 Prozent der Menschen haben keine Schule besucht, viele müssen zweistündige Fußmärsche zurücklegen, um Trinkwasser zu holen, und die Kirche musste quasi bei Null anfangen. Manchmal möchte er weinen, sagt er uns, wenn die Menschen es nicht einsehen, dass sie ihre Kinder zur Schule schicken sollen – auch die Mädchen –, oder wenn sich alles nur langsam entwickelt. Aber mit viel Geduld und Einsatz geht er die Nöte an.

Von den 1,2 Millionen Einwohnern der Diözese sind inzwischen 20 Prozent katholisch. Die meisten anderen gehören traditionellen afrikanischen Religionen an. Aberglaube ist noch weit verbreitet. Viele Menschen suchen noch immer die “witchdoctors”, die Hexenmeister, auf, und suchen bei ihnen Hilfe.

Bischof Minde erklärt uns, wie wichtig es ist, dass die Priester in Demut zu den Menschen gehen, ihnen zuhören, erfahren, was sie bewegt, und ihnen auf dieser Grundlage vom wahren Gott erzählen. Neben der Seelsorge und Katechese sei auch praktische Lebenshilfe gefragt, denn viele Menschen kennen noch nicht den Zusammenhang zwischen unsauberem Wasser und bestimmten Infektionskrankheiten oder wissen nicht, wie sie sich vor den Malariamücken schützen können. Hier muss die Kirche ebenfalls helfen. Leider gibt es  zu wenige Priester: 20 einheimische Priester und 15 Missionare betreuen 240 000 Gläubige.

In ihrem traditionellen Glauben spielt das Opfer eine große Rolle. So haben die Menschen einen raschen Zugang zum Heiligen Messopfer. Außerdem ist für sie auch normal, was die Kirche “Gemeinschaft der Heiligen” nennt. Der Gedanke, mit den Verstorbenen in der jenseitigen Welt ständig und in tiefer Weise verbunden zu sein, ist in ihrer Kultur stark ausgeprägt.

Grundsteinlegung einer Kirche in Tansania

Grundsteinlegung einer Kirche im Bistum Kahama.

Es ist leicht, ihnen zu vermitteln, dass “wir für die Verstorbenen beten sollen, weil Gott ihre Sünden auslöscht”. Sie warten in der metaphysischen Welt auf uns und sind mit uns verbunden. Insgesamt ist das Gemeinschaftsgefühl stark, so dass die Vorstellung von der einen Kirche im Himmel und auf Erden, für sie kein Problem darstellt.

KIRCHE IN NOT hat Bischof Minde schon oft geholfen, aber noch immer fehlt es an so vielem. Diesmal bittet der Bischof, der unermüdlich versucht, die Nöte in seiner Diözese zu lindern, darum, dass wir einem erst im vergangenen Jahr geweihten Priester mit einem Auto helfen. Trotz seines jugendlichen Alters ist Severine Mushumbusi bereits Pfarrer einer Pfarrei mit 7000 Gläubigen, die über 36 Ortschaften verstreut leben. Manche dieser Dörfer sind mehr als 40 Kilometer vom Zentrum der Pfarrei entfernt.

“Wir können euch nichts Materielles geben, aber wir beten für euch”

Diese langen Wege über staubige, schlechte Straßen legt der junge Priester auf einem Fahrrad zurück. Auf diese Weise ist er die meiste Zeit unterwegs und kann nur wenig Zeit mit seinen Gläubigen verbringen. Dem Bischof liegt es aber am Herzen, dass die Menschen so gut wie möglich betreut werden, und daher hat er sich an uns gewandt.

“Nur dank eurer Hilfe sind wir in unserer jungen und armen Diözese dort, wo wir jetzt stehen”, sagt Bischof Minde. Und er fügt hinzu: “Wir können euch nichts Materielles geben, aber wir beten für euch. Wir legen euch in die Hand Gottes, der weiß, was ihr am nötigsten braucht.” Jeden Dienstag wird in der ganzen Diözese die Heilige Messe für alle Wohltäter gefeiert, und donnerstags beten alle Priester und Seminaristen – auch der Bischof selbst – anderthalb Stunden vor dem Allerheiligsten Altarssakrament für alle, die der Kirche in Kahama helfen. Vor allem beten sie für die Kranken, diejenigen, die Probleme haben und in Not sind. Dies ist dem Bischof wichtig, und er nimmt es ernst.

6.000 Euro haben wir ihm versprochen, damit der junge Pfarrer Mushumbusi seine Zeit und seine Kraft dazu verwenden kann, den Gläubigen zu helfen – in ihrem ganz konkreten Leben und auf ihrem Weg zu Gott.

Hier können Sie direkt online spenden.

28.Mrz 2011 16:58 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:00
KIN / S. Stein