UGANDA

Ausbildungsbeihilfe für Seminaristen

Seminarist beim Gebet

Ein Seminarist beim Gebet.

1130 junge Männer bereiten sich an den vier nationalen Seminaren Ugandas und dem Spätberufenenseminar auf die Priesterweihe vor. Die Seminare des Landes sind überfüllt, oft müssen sich bis zu siebt ein Zimmer teilen. Und die Zahl der Berufungen steigt von Jahr zu Jahr.

Trotz der auf den ersten Blick hohen Zahl an Berufungen gibt es in Uganda noch zu wenige Priester. Denn jedes Jahr werden in dem ostafrikanischen Land, wo fast die Hälfte der mehr als 28 Millionen Einwohner katholisch ist, 400 000 Menschen neu getauft. So kommt es, dass Nachrichten wie “Ugandas Seminare platzen aus allen Nähten” und “Ugandas Kirche leidet unter Priestermangel” gleichzeitig wahr sind, obwohl sie widersprüchlich zu sein scheinen.

41 der Seminaristen stammen aus der Diözese Lugazi, die 1997 errichtet wurde. Ursprünglich gehörte ihr Territorium, das sich über fast zweimal so groß wie das Saarland ist, zur Erzdiözese Kampala. Von ihren 1,2 Millionen Einwohnern sind 41 Prozent katholisch. Es gibt 20 Pfarreien und mehr als 350 Kapellen.

Das Bistum Lugazi hat für seine Gläubgien nur 60 Diözesanpriester – das heißt, zurzeit betreut jeder Priester im Durchschnitt 8200 Gläubige. Umso erfreulicher ist es, dass die Zahl an Berufungen zunimmt: Studierten im Jahr 2003 erst 21 junge Männer aus der Diözese an einem der nationalen Großseminare Ugandas, so hat sich ihre Zahl bis heute fast verdoppelt.

Feier eines Studienabschlusses in Tansania

Bei einer Feier des Studienabschlusses von Seminaristen in Tansania.

Wenn es nicht bald weitere junge, gut ausgebildete Priester geben wird, werden die sich überall ausbreitenden Sekten und Freikirchen ihre Ernte auch unter den katholischen Gläubigen einfahren. In fast jeder Straße gibt es bereits heute in Garagen und Buden “Sektenkirchen” mit Phantasienamen, die den Menschen Wunder versprechen.

Bischof Matthias Ssekamaanya von Lugazi beobachtet in seiner Diözese zudem mit Sorge ein Erstarken des Islam und glaubt, dass er ein starkes Potenzial habe. Immer mehr Muslime gelangen in Schlüsselpositionen, und im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen Kinder in einfache Koranschulen geschickt wurden, werde nun die Ausbildung an den Universitäten gefördert. Auch der Hexenkult breitet sich wieder aus, nicht selten werden sogar Kinder entführt und geopfert, um Wohlstand zu erreichen. Hier steht die Kirche vor großen Herausforderungen.

KIRCHE IN NOT hat Bischof Matthias Ssekamaanya 20.000 Euro für die Ausbildung seiner 41 Seminaristen versprochen.

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28.Mrz 2011 16:58 · aktualisiert: 27.Mai 2011 14:58
KIN / S. Stein