BRASILIEN

Ausbildungsbeihilfe für Seminaristen

Diakonweihe im Bistum Picos.

Diakonweihe im Bistum Picos.

Die Diözese Picos liegt im nordostbrasilianischen Bundesstaat Piaui, der zu den ärmsten Regionen des Landes zählt. Regelmäßig wird das Gebiet von langen Trockenperioden heimgesucht. Die Dörfer sind ärmlich und vernachlässigt.

Ein Viertel der Bevölkerung kann nicht lesen und schreiben, ein Drittel hat keine Geburtsurkunde. Wer aber über keine Dokumente verfügt, ist quasi rechtlos. Korruption und Vetternwirtschaft treiben die Region in eine noch tiefere Misere, und bei Wahlen werden Stimmen kurzerhand gekauft. Viele Menschen suchen woanders eine bessere Zukunft.

Diese Hoffnung erfüllt sich in den meisten Fällen jedoch nicht. Manche stranden in den Slums der Großstädte, andere wiederum verdingen sich als Zuckerrohrschnitter auf den Fazendas im Bundesstaat Goiás, wo sie nahezu als Sklaven gehalten werden. Die Landflucht zerstört dabei viele Familien, denn die Frauen und Kinder bleiben zurück, während die Männer in anderen Regionen Arbeit suchen.

So arm wie die Bevölkerung ist auch die Katholische Kirche. Ihr fehlt es aber nicht nur an Geld, sondern vor allem an Priestern. Auf mehr als 277 000 Katholiken kommen nur 23 Priester. Dies bedeutet, dass jeder von ihnen im Durchschnitt mehr als 12 000 Gläubige seelsorglich zu betreuen hat. Erschwerend kommt hinzu, dass die 24 000 Quadratkilometer große Diözese (etwas größer als Mecklenburg-Vorpommern) dünn besiedelt ist und die Ortschaften weit verstreut liegen. So müssen die wenigen Priester große Entfernungen zurücklegen.

Gottesdienst einer Diakonweihe im Bistum Picos.

Gottesdienst einer Diakonweihe im Bistum Picos.

Bereits jetzt nutzen Sekten die Gunst der Stunde, und überall schießen Sektentempel wie Pilze aus dem Boden. Noch sind fast 85 Prozent der Bevölkerung katholisch, aber wo die Kirche nicht durch Priester präsent ist, breiten sich die Sekten aggressiv aus.

Dennoch gibt es erfreuliche Nachrichten: 19 junge Männer aus der Diözese Picos bereiten sich zurzeit darauf vor, eines Tages als Priester an den Altar des Herrn zu treten. Bischof Plinio José Luz da Silva versucht alles, damit seine Diözese wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen kann, aber es gibt noch so Vieles, wofür er auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen ist.

Eines der wichtigsten Anliegen ist dabei die Ausbildung der angehenden Priester, denn angesichts des gravierenden Priestermangels ist es nur eine Frage der Zeit, dass der katholische Glaube immer mehr versiegt. KIRCHE IN NOT will mit 6850 Euro helfen.

Hier können Sie direkt online spenden.

13.Mai 2011 09:27 · aktualisiert: 27.Mai 2011 14:57
KIN / S. Stein