SRI LANKA

Wiederaufbau der St.-Antonius-Kirche

Bischof Joseph Rayappu (Diözese Mannar).

Bischof Joseph Rayappu (Diözese Mannar) bei der Feier einer Heiligen Messe.

26 Jahre lang litt die Bevölkerung Sri Lankas unter dem blutigen Krieg zwischen den separatistischen Tamil Tigers (Liberation Tigers of Tamil Eelam – LTTE) und den Regierungskräften. Dieser Konflikt kostete 70 000 Menschen das Leben und endete erst im Mai 2009. Noch heute ist Vieles zerstört. Stark gelitten hat unter dem Krieg auch die Katholische Kirche.

In Sri Lanka leben 1,4 Millionen Katholiken, die meisten von ihnen in den Diözesen Jaffna und Mannar, in denen die Bevölkerung mehrheitlich aus Tamilen besteht. Diese Regionen waren während des Bürgerkrieges besonders schwer von den Kämpfen betroffen.

Damals versuchte die Kirche, zwischen den beiden Kriegsparteien zu vermitteln. Der Papst verurteilte mehrmals öffentlich den Krieg und forderte eine diplomatische Lösung. Die Katholische Kirche ist in Sri Lanka die einzige Gemeinschaft, der sowohl Singhalesen als auch Tamilen, also Angehörige beider im Land vertretenen Ethnien, angehören. Insofern hat sie die Möglichkeit, zu Frieden und Versöhnung beizutragen.

Sie steht aber auch vor vielen Problemen. Denn in Sri Lanka sind fast 69 Prozent der Bevölkerung Buddhisten, elf Prozent Hindus. Christen machen einen Anteil von knapp zehn Prozent aus. Oft wird die christliche Minderheit von buddhistischen Fundamentalisten und Nationalisten attackiert, obwohl die Verfassung allen Glaubensrichtungen Religionsfreiheit garantiert.

Den Christen wird eine offensive Missionierung, also das Abwerben der Anhänger anderer Religionen, vorgeworfen. Zwei sogenannte Anti-Konversions-Gesetzesentwürfe sollen den angeblichen Proselytismus der christlichen Kirchen eindämmen.

Bischof Rayappu Joseph bei einem Gottesdienst in Mannar.

Bischof Rayappu Joseph bei einem Gottesdienst in Mannar.

Bischof Joseph Vianney Fernando von Kandy, Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz von Sri Lanka, sieht den Auslöser dieser Gesetzesverhandlungen zum Teil bei fundamentalistischen evangelikalen Gruppen. Sie hätten “die Armut und Bedürfnisse der Menschen ausgenutzt, um ihre Konvertierung aggressiv voranzutreiben.” Der Bischof ergänzt: “Dieses Verhalten hat die buddhistische Bevölkerungsmehrheit sehr aufgebracht, war jedoch auch für die Katholische Kirche ein Grund zur Sorge, da die Katholiken davon am stärksten betroffen waren.”

Um in diesem Umfeld weiter wirken und die Wunden des Krieges heilen zu können, braucht die Katholische Kirche in Sri Lanka Hilfe. So erreicht uns ein Hilferuf aus der Diözese Mannar, Bischof Joseph Rayappu, steht noch heute vor zahlreichen Ruinen.

“Die meisten Kirchen und Klöster sind zerstört”

Er schreibt an KIRCHE IN NOT: “Der grausame Krieg hat die Kirchen und andere Institutionen verwüstet und das kostbare Leben so vieler unschuldiger Menschen in der Diözese vernichtet. (…) Die meisten Kirchen, Pfarrhäuser, Klöster und Kindergärten sind vollständig zerstört.” Die Gottesdienste werden in provisorischen Unterkünften oder in den Ruinen der zerstörten Gotteshäuser gefeiert.

Eine dieser Kirchen, die in Trümmern liegen, ist die Pfarrkirche St. Antonius in Kanagarayankulam. 395 Gläubige gehören zu der Pfarrei. Die katholischen Familien leben in einem Gebiet, in dem die meisten Einwohner Hindus sind. Sie möchten endlich ihre Pfarrkirche wiederhaben.

KIRCHE IN NOT möchte mit 16.000 Euro helfen, die St.-Antonius-Kirche wieder aufzubauen.

Hier können Sie direkt online spenden.

13.Mai 2011 09:28 · aktualisiert: 27.Mai 2011 14:52
KIN / S. Stein