BOSNIEN-HERZEGOWINA

Wiederaufbau eines Pfarrzentrums

So sah die Kirche vor dem Balkankrieg aus.

So sah die Kirche vor dem Balkankrieg aus.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens wütete in Bosnien und Herzegowina zwischen 1992 und 1995 drei Jahre lang Krieg. Die traurige Bilanz: 243 000 Menschen verloren ihr Leben, zwei Millionen Menschen wurden infolge der Umverteilung der Republik vertrieben, zahlreiche Kirchen, Klöster, Pfarrhäuser und andere kirchliche Gebäude wurden gezielt zerstört.

Die Wunden des Krieges sind noch immer im Land spürbar. Flucht und Vertreibung während des Krieges schwächten die Katholiken. Heute stellen Katholiken nur noch zehn Prozent der Bevölkerung, während es vorher noch 16 Prozent waren.

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Zerstört wurde auch die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Stjepan Krst und die dazugehörigen Räume für Katechese und andere Pfarraktivitäten sowie die Wohnräume der Priester. Vor dem Krieg gab es in Stjepan Krest 1300 Katholiken. Einige aus der Pfarrei entschieden sich sogar zum Ordensleben oder Priestertum. Noch kurz vor dem Krieg gingen aus dem Ort fünf geistliche Berufungen hervor.

Menschen vor den Überresten der Kirche nach dem Balkankrieg.

Menschen vor den Überresten der Kirche nach dem Balkankrieg.

Die meisten Katholiken sind jedoch während des Krieges geflohen, mehr als 300 sind aber bereit zurückzukehren. Fast drei Viertel der Rückkehrer sind Kinder und Jugendliche – eine gute Grundlage für eine lebendige Pfarrei. Aber eine Pfarrei ohne eine Pfarrkirche kann nicht funktionieren, und so soll die Kirche mit den Katecheseräumen und der Priesterwohnung wieder aufgebaut werden.

Bauarbeiten an der neuen Kirche.

Bauarbeiten an der neuen Kirche.

„Wir wollen keine prunkvolle Kirche bauen, im Gegenteil, wir wollen und brauchen einen einfachen und schlichten Raum, wo sich die vertriebene und verstreute Pfarrgemeinde wider versammeln kann, um die körperlichen und seelischen Wunden mit dem Wort und der Gnade Gottes zu heilen. Damit wollen wir zeigen, dass die Sorge um die Menschen vor allem anderen Vorrang hat“, schreibt uns Pfarrer Damjan Raguz.

Seit Mai 2011 gibt es endlich wieder elektrischen Strom im Ort – damit ist die wichtigste Voraussetzung, dass das Leben dort wieder aufblühen kann, erfüllt. Die wirtschaftliche Lage wird jedoch schwieriger, und die zurückgekehrten Pfarrangehörigen müssen zudem ihre eigenen zerstörten Häuser wieder aufbauen. Daher bittet uns der Pfarrer im Namen seiner Gläubigen um Hilfe.

Wir haben 25.000 Euro zugesagt.

Hier können Sie direkt online spenden.

19.Aug 2011 10:17 · aktualisiert: 28.Mai 2014 14:35
KIN / S. Stein