BRASILIEN

Fahrräder,Motorroller und Bibeln

Mitglieder der Gemeinschaft mit einem dem ermöglichten Fahrräder.

Mitglieder der Gemeinschaft mit einem dem ermöglichten Fahrräder.

Häusliche Gewalt, Drogen, Sekten – dies sind Herausforderungen, vor denen die Kirche in Brasilien vielerorts steht. Gerade die christliche Familie ist vielfach bedroht. Hier engagiert sich seit nunmehr zwanzig Jahren die Gemeinschaft “Obra de Maria”, die zur charismatischen Erneuerungsbewegung in Brasilien gehört.

Mehr als 1400 Menschen gehören ihr mittlerweile an. Sie engagieren sich in der Familienpastoral, unterhalten Kindergärten und Suppenküchen und organisieren Freizeitveranstaltungen mit Sport, Spiel und Kulturprogrammen für Jugendliche, die sonst auf der Straße leben würden.

Seit 2003 richtet sich die Gemeinschaft auch mit einem speziellen Evangelisierungsprogramm unter anderem an Familien. In so genannten Hauskreisen kommen regelmäßig bis zu zehn Familien mit zwei Mitgliedern des “Obra de Maria” zusammen, um gemeinsam zu beten und das Wort Gottes zu hören, darüber nachzudenken und sich darüber auszutauschen.

“Wir möchten Jesus sehen: Weg, Wahrheit und Leben” – unter diesem Motto werden die Gläubigen eingeladen, ihren Glauben bewusst in den Familien zu leben. Es geht darum, bewusst Zeugnis abzulegen, Jesus Christus nachzufolgen und persönliche Erfahrungen mit Gott zu machen.

Dadurch wird häusliche Gewalt abgebaut und das friedliche, liebevolle Zusammenleben und das Gefühl gegenseitiger Verantwortung gefördert. Das heißt: Auch das ganz konkrete Zusammenleben in den Familien wird verbessert, wenn die Ehepartner, Eltern und Kinder einander in Liebe so zu begegnen lernen, wie Gott es will.

Gruppenfoto mit Mitgliedern der Gemeinschaft “Obra de Maria”.

Gruppenfoto mit Mitgliedern der Gemeinschaft “Obra de Maria”.

Weit mehr als 100 000 Familien wurden bereits von dieser Aktion erreicht. Ihr Glaube wird dabei zudem so gestärkt, dass sie den Sekten, die sich in Brasilien aggressiv ausbreiten, widerstehen können. Die Sekten versprechen den Menschen bereits irdisches Heil, Wohlstand und Gesundheit. Viele fallen auf diese falschen Versprechungen herein. Die Kirche muss dieser Verlockung etwas entgegensetzen, was die Gläubigen trägt.

Viele dieser Hauskreise werden auch in entlegenen Gebieten des Landes gepflegt. Die Leiter müssen daher weite und beschwerliche Wege auf sich nehmen. So hat der Gründer der Gemeinschaft, der Psychiater und Familienvater Gilberto Gomez Barbosa, KIRCHE IN NOT um Hilfe für 100 Fahrräder und 10 Motorroller gebeten. Außerdem möchte er mit unserer Unterstützung 5000 Bibeln kaufen.

Dieser Wunsch wird von den brasilianischen Bischöfen unterstützt, denen dieses Engagement ein Herzensanliegen ist. So schreibt uns beispielsweise Dom Mário Rino Sivieri, der Bischof von Propría: “Diese Gemeinschaft hat das Volk beten gelehrt und die Gläubigen dazu gebracht, zur Kirche zu gehen und die Sakramente zu suchen.” Wir haben daher 17.000 für die Fahrräder und Motorroller sowie 25.000 Euro für Bibeln versprochen.

KIN / T. Waitzmann