KASACHSTAN

Neues Dach für ein Kloster

Eine Karmelitin bemalt eine Marienstatue.

Eine Karmelitin bemalt eine Marienstatue.

Kasachstan – früher ein Teil der Sowjetunion in Zentralasien – ist heute flächenmäßig der neuntgrößte Staat der Erde. Allerdings leben hier nur 16 Millionen Menschen.

47 Prozent der Bevölkerung bekennt sich zum Islam, 46 Prozent sind Christen verschiedener Konfessionen, vor allem Orthodoxe (44 Prozent). Rund 184 000 Katholiken leben in Kasachstan. Sie sind vor allem Nachkommen nach Zentralasien deportierter Osteuropäer wie Polen oder Ukrainer.

In Karaganda leben seit 1998 Karmelitinnen. Anfangs waren es nur drei Schwestern, die damals auf Einladung von Bischof Jan Pawel Lenga aus Polen gekommen waren. Mit der Zeit schlossen sich ihnen junge Frauen aus Kasachstan an. Heute sind es elf Ordensfrauen, die dort ein Leben im Geist der heiligen Teresa von Avila und des heiligen Johannes vom Kreuz führen.

Viele Stunden des Tages widmen sie dem Chorgebet und der stillen Betrachtung, und auch die Arbeit wird zum Gotteslob. Wie es die heilige Teresa von Avila sagte: “Gott ist auch zwischen den Kochtöpfen.” Denn die Schwestern müssen arbeiten, um zumindest einen Teil ihres Lebensunterhaltes selbst bestreiten zu können. Es gibt aber nicht viele Möglichkeiten für die Schwestern, auf eine Weise Geld zu verdienen, die mit ihrer Lebensweise vereinbar ist.

Kommunion im Kloster der Karmelitinnen in Karaganda.

Kommunion im Kloster der Karmelitinnen in Karaganda.

Zu ihrem Kloster gehört auch ein altes Wirtschaftsgebäude. Anfangs bauten die Schwestern es in ein Gewächshaus um, in dem sie Blumen für den Verkauf züchteten. Aber schon bald kamen billigere Blumen aus Tadschikistan und Usbekistan auf den Markt, und so rentierte sich die Blumenzucht für die Ordensfrauen nicht mehr. Inzwischen lagern sie in dem Gebäude ihre Gartengeräte und stellen Heiligenfiguren aus Gips her.

Doch das Dach ist undicht und marode und muss komplett erneuert werden. So, wie der Zustand des Gebäudes ist, gibt es nämlich nur zwei Möglichkeiten: Es abzureißen oder es so zu renovieren, dass es sinnvoll genutzt werden kann. Wenn es hergerichtet werden könnte, wäre es möglich, außer der Werkstatt noch zwei oder drei Räume für Novizinnen zu schaffen, denn mehr junge Mädchen möchten sich den Schwestern anschließen.

Bischof Janusz Kaleta, Nachfolger von Bischof Lenga, legt es uns wärmstens ans Herz, den Karmelitinnen zu helfen, denn er ist davon überzeugt, dass die Gemeinschaft in Karaganda weiter wachsen wird. Daher möchten wir die Erneuerung des Daches mit 18.000 Euro unterstützen.

KIN / T. Waitzmann