KOLUMBIEN

Ausbildungshilfe für Seminaristen

Neben dem Studium kümmern sich die Seminaristen auch um die Gartenarbeit.

Neben dem Studium kümmern sich die Seminaristen auch um die Gartenarbeit.

In der Diözese Sonson-Rionegro gibt es viele Berufungen: In fünf Priesterseminaren bereiten sich zurzeit 800 junge Männer auf die Priesterweihe vor. Von den 400 Priestern der Diözese sind fast 200 als Missionare im Ausland tätig. In 18 Ländern der Welt, darunter auch Deutschland, helfen sie dort, wo es der Kirche an Priestern fehlt.

Immer wieder erhält Bischof Ricardo Tobon Restrepo Bittbriefe aus aller Welt, er möge Priester aus seiner Diözese schicken. In den letzten Jahren waren es 70 Briefe, aber er kann nicht jeder Bitte entsprechen, denn auch in Kolumbien werden Priester gebraucht.

Seit Jahrzehnten befindet sich Kolumbien in einer fortdauernden Krise: Immer wieder kommt es zwischen Polizei, Militär, Drogenkartellen und Guerilla zu heftigen Gefechten. Die Folgen sind dramatisch: Korruption, eine hohe Inflationsrate, tausende von Flüchtlingen im eigenen Land. Fast jeder Kolumbianer oder zumindest ein Familienangehöriger hat schon Gewalt erlebt.

Die Menschen leben in ständiger Angst und können kein normales Leben führen. Neben der Terror-Organisation FARC gibt es weitere links- und rechtsextremistische bewaffnete Gruppen, die Nötigung, Gewalt und Tod über die Menschen bringen, berichten uns Vertreter der Kirche.

Da der Staat in politische Auseinandersetzungen verwickelt ist, ist er nicht in der Lage, in den unterentwickelten ländlichen Gebieten, die am meisten Unterstützung benötigen, Hilfe zu leisten. In manchen Gebieten Kolumbiens gibt es nicht einmal Straßen – nur per Boot sind die Ortschaften in manchen Regionen erreichbar.

Kommunion während einer Heiligen Messe.

Kommunion während einer Heiligen Messe.

Überall im Land tut die Kirche jedoch, was in ihren Möglichkeiten steht. Doch auch so mancher geistliche Würdenträger wurde bereits verschleppt, immer wieder werden Priester ermordet. Auch die Diözese Sonson-Rionegro ist von dem Konflikt betroffen, wenn auch weniger stark als andere Regionen.

Auch hier steht die Kirche vor der Herausforderung, Flüchtlingen, Witwen, Waisen Hilfe und Trost geben zu müssen und den Menschen, die in Armut leben und von denen viele schwere Traumata davongetragen haben, zu helfen. Das soziale Gefüge ist zerbrochen, und die Menschen brauchen Seelsorger. Die Kirche hält unermüdlich und unerschrocken an ihrem Engagement fest und verbindet die pastorale Sorge für die Menschen mit sozialem Einsatz.

Dem Frieden Christi dienen

Ein kolumbianischer Bischof sagte uns: “Aufgabe der Kirche ist es, Instrument des Friedens und prophetische Stimme für Gerechtigkeit und Wahrheit zu sein – eine Stimme vor allem für die Armen und Leidenden. Der Friede in Kolumbien soll nicht ein Frieden der Gräber sein, sondern ein lebendiger Frieden, an dem alle Seiten mitwirken müssen. Die Botschaft der Kirche wird zwar respektiert, leider wird ihr aber zu wenig Gehör geschenkt.” Die zukünftigen Priester wollen diesem Frieden, dem Frieden Christi, dienen.

Unter den angehenden Priestern, die „Kirche in Not“ in dieser Diözese unterstützt, sind auch 16 Seminaristen der Priestergemeinschaft San Pablo. KIRCHE IN NOT unterstützt ihre Ausbildung mit 1.600 Euro.

KIN / T. Waitzmann