LETTLAND

Bau einer Kirche in Jurmala-Sloka

Andrzej Kesik, Pfarrer der Gemeinde im Stadtteil von Jurmala.

Andrzej Kesik, Pfarrer der Gemeinde im Stadtteil von Jurmala.

Viele Touristen besuchen die lettische Hauptstadt Riga und sind beeindruckt von ihrer Schönheit. Nur wenige wissen, dass schon am Stadtrand eine andere Welt beginnt. Denn noch immer herrscht Armut in weiten Teilen des Landes, das 1991 unabhängig von der Sowjetunion wurde.

Als Lettland 2004 Mitglied der Europäischen Union wurde, hatte es die am schnellsten wachsende Wirtschaft in Europa zu verzeichnen. Aber schon fünf Jahre später stand das Land vor dem Bankrott. Die Arbeitslosigkeit lag damals bei 19 Prozent und liegt heute bei 16 Prozent. Und obwohl sich die wirtschaftliche Lage leicht stabilisiert hat, ist die baltische Republik noch immer auf Hilfe von außen angewiesen.

Arm ist auch die Katholische Kirche, der ein Viertel der Bevölkerung angehören (55 Prozent der Einwohner Lettlands sind Lutheraner, neun Prozent russisch-orthodox). Sie befindet sich nach den langen Jahren kommunistischer Herrschaft noch immer in der Aufbauphase und leidet zudem unter einem gravierenden Priestermangel. Die ganze Infrastruktur muss neu geschaffen werden.

Westlich von Riga liegt die Stadt Jurmala am Rigaer Meerbusen. Der Stadtteil Sloka hat 40 000 Einwohner. Die Lage dort ist schwierig: Seit dem Zerfall der Sowjetunion bleiben die Touristen aus, die früher die Strände bevölkerten, und die Fabriken haben zugemacht. Der Ort wurde zu Sowjetzeiten als “Stadt ohne Gott” konzipiert. 3000 Katholiken leben in Sloka. Die katholische Kirche ist dort bislang das einzige Gotteshaus.

Der Rohbau der Kirche steht bereits (links), doch es muss noch viel getan werden.

Der Rohbau der Kirche steht bereits (links), doch es muss noch viel getan werden.

Lange Zeit wurde die Heilige Messe in einer kleinen Friedhofskapelle gefeiert, in der viel zu wenig Platz für die Gläubigen war. 2009 wurde mit dem Bau der Pfarrkirche begonnen. Jetzt wird in dem Rohbau der Pfarrkirche bereits regelmäßig die Heilige Messe gefeiert. Rund 150 Menschen nehmen regelmäßig an den Gottesdiensten teil.

Wenn das Gotteshaus fertig sein wird, werden noch mehr Menschen zur Messe kommen, denn die Pfarrkirche liegt an einer günstigen Stelle: direkt an der Bahnlinie. So können Gläubige auch aus anderen Orten mit der Bahn kommen, denn die Tickets sind günstig.

Damit die Pfarrkirche möglichst bald fertiggestellt werden kann und auch die Innenarbeiten durchgeführt werden können, haben wir 40.000 Euro zugesagt.

 

15.Sep 2011 13:16 · aktualisiert: 4.Feb 2015 15:23
KIN / T. Waitzmann