RUSSLAND

Wiederherstellung einer Pfarrkirche

Die renovierungsbedürftige Kirche in Znamensk.

Die Kirche in Znamensk muss dringend renoviert werden.

Königsberg, das heute Kaliningrad heißt, ist mit einem Anteil von fünf Prozent Katholiken an der Bevölkerung das am stärksten katholisch geprägte Gebiet Russlands. In der Stadt und der gleichnamigen Region, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zu Deutschland gehörten und seitdem eine russische Exklave zwischen Polen und Litauen mit Zugang zur Ostsee bilden, waren in kommunistischer Zeit alle christlichen Pfarreien verboten.

Erst 1985 wurde die erste orthodoxe Pfarrei eingerichtet, 1991 je eine katholische und eine protestantische Pfarrgemeinde. Heute bestehen auf dem Gebiet mehr als 20 katholische Pfarrgemeinden. In den letzten Jahren sind dort zudem immer mehr katholische Taufen und Trauungen zu verzeichnen.

Ein wichtiges Mittel, um Menschen, deren Vorfahren katholisch waren, wieder für den Glauben zu gewinnen, sind Trauungen, Beerdigungen und Taufen. An diesen Feiern nehmen viele nur deshalb teil, weil es sich um Familienangehörige oder Freunde handelt, jedoch wird in manchen Menschen das Interesse am Glauben geweckt und eine Erinnerung an den Glauben der Großeltern wachgerufen.

Heilige Messe in der Kirche von Znamensk.

Heilige Messe in der Kirche von Znamensk.

Die Priester geben sich Mühe, die Feiern besonders schön und würdig zu gestalten, um die Schönheit des Glaubens zu vermitteln. Oft dienen auch junge Menschen, die sich taufen lassen, als Multiplikatoren, da sie ihren Freunden und Familien von ihren Erfahrungen berichteten und somit auch Menschen erreichten, mit denen die Priester normalerweise nicht in Kontakt kommen. Die Kinderkatechese ist ebenfalls wichtig, da über die Kinder oft auch die Eltern zur Kirche zurückfinden.

In Znamensk, einer Ortschaft mit etwas mehr als 4000 Einwohnern im Gebiet von Königsberg, leben in der Pfarrei „Unsere Gottesmutter in Trauer“ 270 Katholiken. Als Kirche und Pfarrzentrum dient zurzeit noch eine Wohnung. Nun soll die ehemalige Pfarrkirche wiederhergestellt werden, die von 1945 stammt, aber von den Kommunisten enteignet und nun wieder zurückgegeben wurde. „Kirche in Not“ hilft mit 17.000 Euro.

15.Sep 2011 13:17 · aktualisiert: 29.Sep 2011 12:12
KIN / T. Waitzmann