BRASILIEN

Ein Kloster für Karmelitinnen

Karmelitinnen beim Gebet.

Karmelitinnen beim Gebet.

Nach wie vor gilt der Nordosten Brasiliens als das Armenhaus des Landes. Der emeritierte Erzbischof von Natal, Dom Heitor de Araujo Sales, ist mittlerweile 85 Jahre alt. Sein Leben lang hat er der Kirche in diesem ärmsten Teil des Landes gedient – fast 30 Jahre lang als Priester, 15 Jahre lang als Bischof von Caicó und zehn Jahre lang als Erzbischof von Natal.

Seit 2003 ist der Bischof im Ruhestand, aber so richtig kann man nicht davon sprechen, dass er sich ausruhen würde. Er selbst meint, er sei gewissermaßen der “Schutzengel” seiner ehemaligen Erzdiözese Natal, denn er betreut dort noch immer zahlreiche Projekte.

Besonders am Herzen liegen ihm die Karmelitinnen, die sich dort auf seinen Wunsch hin niedergelassen haben. Es ist das erste und einzige beschauliche Kloster in der Erzdiözese, und es war sein Herzenswunsch, kontemplative Schwestern dorthin zu holen.

Die fünf Schwestern sind provisorisch im ehemaligen Kleinseminar untergekommen, aber das Gebäude platzt aus allen Nähten. Vor allem können die Karmelitinnen keine jungen Berufungen aufnehmen, obwohl bereits jetzt sieben Mädchen in das Kloster eintreten möchten. Ebenfalls gibt es kaum Platz, damit die Schwestern selbstständig zu ihrem Lebensunterhalt beitragen können. Außer einer Nähmaschine in einem winzigen Raum haben sie keine Arbeitsmöglichkeiten. Sie möchten zum Beispiel eine Kerzenwerkstatt eröffnen, um nicht nur auf Spenden angewiesen zu sein.

Die Karmelitinnen freuen sich auf die neuen Räumlichkeiten.

Die Karmelitinnen freuen sich auf die neuen Räumlichkeiten.

Dom Heitor hat in der Diözese Caicó die Erfahrung gemacht, wie sehr die Menschen die kontemplativen Schwestern lieben. Er berichtet von einer Frau, die dort einmal ein Kloster besuchte und hinterher einer Freundin, die noch nie dort war, sagte: “Du weißt gar nicht, was du da verpasst hast!” Schon jetzt kommen viele Gläubige zu den Karmelitinnen in Natal zur Sonntagsmesse, und die Kapelle ist hoffnungslos überfüllt. Dom Heitor beobachtet einen “großen Hunger nach Gott” bei den Menschen.

Nun sollen die Karmelitinnen ein richtiges Kloster bekommen, damit ihre Gemeinschaft wachsen kann und die jungen Mädchen, die ihr Leben Gott weihen möchten, nicht nach Hause geschickt werden müssen. Wir haben 64.000 Euro versprochen.

20.Okt 2011 16:09 · aktualisiert: 20.Okt 2011 17:00
KIN / S. Stein