GHANA

Bau einer Dorfkapelle

Pater Martino Corazzin mit Kindern .

Pater Martino Corazzin mit Kindern.

Als Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Missionare auf das Gebiet des heutigen Ghana kamen, sah es nicht nach einem großen Erfolg aus: Die Menschen wollten das Christentum nicht annehmen, und die meisten Missionare starben innerhalb weniger Wochen an Krankheiten und Unterernährung.

Dass sich die Katholische Kirche dennoch ausgebreitet hat und heute mehr als 18 Prozent der Ghanaer katholisch sind, mag man ein Wunder nennen. Es herrschte in der Zeit der Ankunft der Missionare eine große Dürre in Ghana. Die Medizinmänner versuchten alles, um Regen herbeizuzaubern, aber es fiel kein Tropfen vom Himmel.

In ihrer Not wandten sich die Menschen an einen christlichen Missionar. Dieser betete, und eine halbe Stunde später prasselte der Regen auf die Erde.

Auch heutzutage sind noch Missionare in Ghana tätig. Einer von ihnen ist der aus Italien stammende Franziskanerpater Martino Corazzin, der seit 1991 dort wirkt und im Laufe der Zeit unzählige soziale und pastorale Projekte dort ins Leben gerufen hat. Er ist der Pfarrer der Herz-Jesu-Gemeinde von Sunyani in Zentralghana, die sich nicht nur über drei Stadtteile erstreckt, sondern zu der auch neun Außenstationen gehören.

Pater Martino liebt die Menschen, mit denen er zusammenlebt. Dem Priester leuchten die Augen, wenn er an seine Gemeinde denkt. Dass das Klima mit einer Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent schwer zu ertragen ist und es Krankheiten wie Malaria gibt, ändert nichts an seiner Liebe zu Ghana.

Gruppenfoto vor der Kapelle.

Gruppenfoto vor der Kapelle.

“Die afrikanische Seele ist eine spirituelle Seele. Ich habe noch nie erlebt, dass sich hier jemand gegen Gott empört hätte, wenn etwas schiefgelaufen ist. Sogar bei den schlimmsten Schicksalsschlägen danken die Menschen Gott. Ich erlebe es oft, dass die Kranken und die Armen sogar ihre Not noch als Geschenk Gottes annehmen.”

Die Pfarrei ist sehr aktiv: Sowohl in Sunyani als auch in den Außenstationen werden regelmäßig Katechesen abgehalten. Viele Menschen haben sich bereits taufen lassen. Nun führt diese an sich erfreuliche Entwicklung aber auch zu Problemen, denn inzwischen sind die Dorfkapellen viel zu klein, weil zu viele Gläubige die Gottesdienste besuchen möchten.

Eines dieser Dörfer ist Atuahenekrom. Es liegt 31 Kilometer vom Sitz der Pfarrei entfernt. Das Dorf hat 2500 Einwohner, von denen die Hälfte Kinder und Jugendliche sind. Zehn verschiedene Religionsgemeinschaften sind hier vertreten. Neben der katholischen Kirche gibt es sieben protestantische Freikirchen sowie Muslime. Vor allem die protestantischen Freikirchen sind sehr aktiv.

Damit die katholischen Gläubigen nicht zu ihnen überwechseln, muss die katholische Kirche sie in ihrem Glauben stärken. Dazu ist es wichtig, dass die Gläubigen ein Gotteshaus haben, in dem sie sich zur Heiligen Messe versammeln können. Pfarrer Martino Corrazin möchte daher eine neue Kapelle für die Katholiken von Atuahenekrom bauen. Wir haben ihm 25.000 Euro dafür versprochen.

Schlagworte:
Bauhilfe · Franziskaner · Ghana · Jugend · Kapelle · Missionare
20.Okt 2011 16:09 · aktualisiert: 25.Okt 2011 09:05
KIN / S. Stein