RUSSLAND

Unterstützung einer katholischen Zeitung

Eine Ausgabe der Sibirischen Katholischen Zeitung.

Eine Ausgabe der Sibirischen Katholischen Zeitung.

Die Diözese “Verklärung des Herrn” mit Sitz in Novosibirsk erstreckt sich über ein Gebiet von zwei Millionen Quadratkilometern, das ist fast sechs Mal größer als Deutschland.

Wie viele Katholiken es gibt, ist nicht genau bekannt. Vor allem unter den Menschen, die deutsch-, polnisch- oder ukrainischstämmig sind oder anderen Volksgruppen angehören, die in der Vergangenheit nach Sibirien deportiert oder umgesiedelt wurden, haben katholische Wurzeln.

Es gibt 60 Pfarreien und 25 Orte, an denen Schwestern oder Priester leben, die von dort aus riesige Gebiete betreuen. Oft gibt es an einem Ort nur eine kleine Gemeinde, bisweilen sogar nur eine einzige katholische Familie. Die nächsten Katholiken leben hunderte Kilometer entfernt. Es versteht sich von selbst, dass nicht überall, wo es solche Mikrogemeinden gibt, Kirchen gebaut werden können, und selbst wenn es möglich wäre, gäbe es zu wenige Priester, um sie zu betreuen. Bislang gibt es erst 20 Gotteshäuser. Die Messe wird noch immer vielerorts in den Wohnungen von Gläubigen gefeiert.

In der Diözese “Verklärung des Herrn” gibt es 50 Priester. Davon stammen nur zehn aus Russland. Die seelsorgliche Betreuung der Gläubigen ist für das Überleben der katholischen Kirche aber von Bedeutung, denn es besteht die Gefahr, dass die innere Bindung an die Kirche schwindet.

Blick auf die Baustelle des neuen Diözesanzentrums und die Kathedrale in Nowosibirsk.

Blick auf die Baustelle des neuen Diözesanzentrums und die Kathedrale in Nowosibirsk.

Wo der Glaube verschwindet, gibt es auch keine Berufungen; wenn es aber keine Priester gibt, können noch weniger Menschen seelsorglich betreut werden, so dass noch mehr Menschen sich von der Kirche entfernen und der Nährboden für einheimische Berufungen noch mehr schrumpft.

Wenn die Gläubigen lange Zeit ohne Priester auskommen müssen, kann die Kirche aber dennoch zu ihnen kommen: durch die katholische Zeitschrift, die die Diözese “Verklärung des Herrn” herausgibt: die “Sibirische Katholische Zeitung”, die einzige katholische Zeitung auf russischem Territorium. Sie erscheint halbjährlich in einer Auflage von 3000 Exemplaren. Sie wird nicht nur in der Diözese, in der sie herausgegeben wird, gelesen, sondern auch in der zweiten sibirischen katholischen Diözese St. Josef von Irkutsk.

Vor allem Ordensgemeinschaften, kirchliche Bibliotheken und Pastoralzentren erhalten sie. Dort wird die Zeitschrift von vielen Gläubigen gelesen. Es gibt sie auch als Online-Version im Internet unter: http://sibcatholic.ru.

Kathedrale in Nowosibirsk.

Berichtet wird beispielsweise über aktuelle Ereignisse der Ortskirche und des Vatikan, über Themen wie Priesterberufung, große Gestalten der Kirche wie Mutter Teresa, über die Bedeutung kirchlicher Feste etc. Die Katholiken bleiben dadurch untereinander und mit der Kirche in Verbindung. Die Zeitschrift enthält auch Beiträge für Kinder und Jugendliche und ist ein wichtiges Instrument für die katholische Kirche in Sibirien und ganz Russland.

Daher unterstützt KIRCHE IN NOT die Herausgabe für das Jahr 2011/12 mit 14.000 Euro. Diakon Wladimir Degtjarew, der Herausgeber, schreibt: “Wir sind grenzenlos dankbar für diese Hilfe, ohne die die Herausgabe unmöglich wäre.”

Hier können Sie online spenden.

Veröffentlichungen zum katholisch-orthodoxen Dialog

“Mehr denn je glaube ich an meine Berufung, abermals Versöhnung zu predigen, die Kirche im Westen zur tätigen Liebe anzuspornen für unsere orthodoxen Brüder, die am längsten unter dem Kommunismus gelitten haben und der am meisten gefährdete Teil der Christenheit sind.” (Pater Werenfried van Straaten)
(Aus dem Buch “Kämpfer für den Frieden – Werenfried van Straaten über sein Lebenswerk für bedrängte Christen”)

10.Nov 2011 17:58 · aktualisiert: 10.Nov 2011 18:12
KIN / S. Stein