BOSNIEN-HERZEGOWINA

Sanierung des Karmelitinnenklosters

Karmelitinnen mit Vinko Kardinal Puljic in Sarajevo.

Karmelitinnen mit Vinko Kardinal Puljic in Sarajevo.

Sarajevo, die Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, ist leidgeprüft: Nach dem Zerfall Jugoslawiens und dem sich anschließenden Bosnienkrieg starben zwischen 1992 und 1995 Tausende. Mehr als die Hälfte der 850 000 Katholiken Bosnien-Herzegowinas wurden vertrieben oder verließen ihre Heimat. Teile Sarajevos wurden durch serbischen Beschuss und Belagerung zerstört.

Dem Erdboden gleich gemacht wurde auch das damals gerade neu errichtete Kloster der Karmelitinnen im Stadtteil Stup. Unweit des Gebäudes, das in der Nähe des Flughafens liegt, verlief die Frontlinie.

In den vergangenen Jahren konnte das Kloster jedoch wieder aufgebaut werden. Geholfen haben viele, darunter auch KIRCHE IN NOT. Unermüdlich hatte der Erzbischof von Sarajevo, Vinko Kardinal Puljic, für das Projekt geworben. Immer wieder erinnerte er an die Bedeutung des kontemplativen Ordens für die gesamte Erzdiözese Vrhbosna, dem einzigen Erzbistum des Landes.

Das Kloster sei ein Ort des Gebets und beschaulichen Lebens, ein Ort der Besinnung und Zeichen für Christen wie Muslime. Treffend verdeutlicht ein Wort von Theresa von Avila, der Gründerin der Karmelitinnen, die Radikalität eines solchen Lebens: Gott allein genügt.

Karmelitinnen im Kloster in Sarajevo.

Karmelitinnen im Kloster in Sarajevo.

Inzwischen leben wieder 13 Karmelitinnen in Sarajevo sowie zwei Kandidatinnen. Im vergangenen Jahr erlebten die Schwestern eine böse Überraschung. Bei starken Regenfällen drang Grundwasser in die Kellerräume des neu gebauten Klosters. Es stand bis zu 50 Zentimeter hoch. Mögliche Ursache: Das weiter genutzte Fundament des ersten, durch den Krieg zerstörten Gebäudes ist vermutlich nur unzureichend repariert beziehungsweise abgedichtet worden.

Das Wasser vernichtete nicht nur Bücherbestände und Vorräte, sondern nahm den Schwestern auch die Lebensgrundlage. Denn die Kellerräume, die eine Nähwerkstatt sowie Wirtschaftsräume beherbergen, konnten über Monate nicht genutzt werden. Auf Bitten Kardinal Puljics hat KIRCHE IN NOT noch einmal geholfen, diesmal mit einem Betrag von 25.000 Euro.

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2.Dez 2011 16:00 · aktualisiert: 28.Mai 2014 14:34
KIN / S. Stein