KUBA

Restaurierung des Nationalheiligtums

Bauarbeiten in der Wallfahrtskirche El Cobre.

Ein Arbeiter bei der Restaurierung in der Wallfahrtskirche El Cobre.

Ihrer Fürsprache wird der Sieg im spanisch-amerikanischen Krieg 1898 und damit die Unabhängigkeit von Spanien zugeschrieben. Das Volk verehrte Maria auch während der kommunistischen Diktatur unter Fidel Castro.

„Sie ist das geistliche Herz aller Kubaner” und „selbst für Nichtgläubige ein Symbol kubanischer Nationalität und Kultur“, beschreibt der Erzbischof von Santiago de Cuba, Dionisio Guillermo Garcia Ibanez, die kleine Marienstatue, die als Patronin von Kuba und als „Jungfrau der Barmherzigkeit“ bekannt wurde. Selbst hochrangige Militärs und Politiker nahmen an den Marienprozessionen teil.

Der Überlieferung nach fanden 1612 drei Jungen die Marienfigur auf den Wellen treibend in der Bucht von Nipe. Als sie die Statue aus dem Wasser fischten, war sie trocken. Auf ihrem Sockel stand: „Ich bin die Jungfrau der Barmherzigkeit.”

Die Jungen rannten mit ihrem Fund nach El Cobre, dort war die Freude groß. Die Gläubigen bauten einen Altar und eine Kapelle. Das ist nun 400 Jahre her und zum Gedenken daran „reiste“ das nur 30 Zentimeter große Gnadenbild bis Dezember 2011 anderthalb Jahre lang durch alle Diözesen der Insel.

Die jahrzehntelange atheistische Propaganda in Kuba hat ihre Spuren hinterlassen. Auf der Insel leben zwar offiziell 6,7 Millionen Katholiken – und zusammen mit den evangelischen Christen mehr als zwei Drittel der Gesamtbevölkerung aus – doch viele praktizieren ihren Glauben nicht. Das scheint allerdings ein vorübergehender Zustand zu sein, denn die Verehrung der Jungfrau nimmt zu. Alljährlich pilgern mindestens eine halbe Million Menschen zum Nationalheiligtum in El Cobre.

Außenansicht der Kathedrale von El Cobre.

Die Kathedrale von El Cobre.

Hier stehen neben der Wallfahrtskirche auch ein Gästehaus, ein Schwesternhaus für die fünf „Hermanas Sociales“, die das Nationalheiligtum betreuen, ein kleines Konventgebäude der kontemplativen Missionsschwestern der Nächstenliebe, ein ehemaliges Pfarrhaus und ein Exerzitien- und Tagungshaus, das auch heute noch das einzige Bildungszentrum der Kirchenprovinz ist.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert wurde jedoch nicht umfassend renoviert. Teilweise waren die Häuser von den Kommunisten zweckentfremdet worden. Die Jungfrau aber blieb, und die Kubaner blieben ihr treu. Mit einer Kampagne unter dem Motto “Von jedem Kubaner einen Peso – für die Jungfrau von El Cobre” hoffen die Bischöfe, wenigstens zehn Prozent der Kosten für die Renovierung des Wallfahrtzentrums einzunehmen. Weitere Spenden erhofft man sich von Exilkubanern.

KIRCHE IN NOT möchte mit 100.000 Euro zu notwendigen Restaurierungen beitragen. Die Spenden gehen vor allem in die Einrichtung des Gästehauses des Nationalheiligtums und in die Renovierung des Pfarrhauses. Die Bischöfe hoffen, dass bis zum Besuch des Papstes auch ein Vorplatz, ein Kreuzweg und eine Mehrzweckhalle fertig gestellt sind. Schließlich wird der Heilige Vater vom 26. bis 28. März auch als Pilger nach El Cobre kommen.

Hier können Sie für dieses und ähnliche Projekte direkt online spenden

1.Mrz 2012 08:41 · aktualisiert: 14.Mrz 2012 15:53
KIN / S. Stein