PAKISTAN

Mehr Schutz für die Kathedrale

Sicherheitskontrolle vor der Kathedrale in Lahore (Foto: Magdalena Wolnik).

Sicherheitskontrolle vor der Kathedrale in Lahore (Foto: Magdalena Wolnik).

Pakistan ist berüchtigt für die viele Bombenattentate. Allein im vergangenen Jahr starben über 2500 Menschen durch Terroranschläge, fünftausend wurden verletzt.

Bischof Joseph Coutts von Faisalabad sagt: „Die Terroristen sind bereit, zu töten und getötet zu werden. Sie bedrohen jeden. Sie töten sogar muslimische Gelehrte. Ein Mullah, der eine sehr gute Predigt darüber hielt, warum Selbstmordanschläge nicht zum Dschihad gehören, wurde eine Woche später von einem 14-jährigen Selbstmordattentäter in den Tod gerissen.“ Ebenso sind andere Gewaltakte an der Tagesordnung. Davon sind auch Kirchen betroffen.

Besonders leiderprobt ist in dieser Hinsicht die Erzdiözese Lahore im Nordosten Pakistans. Am 11. März 2008 wurden die Herz-Jesu-Kathedrale und mehrere kirchliche Schulen stark beschädigt. Dreißig Menschen wurden getötet, fast 250 verletzt. Die Buchhandlung der Paulusschwestern, die sich auf dem gleichen Gelände befindet, wurde nahezu gänzlich zerstört.

KIRCHE IN NOT half den Ordensfrauen damals dabei, den Laden wieder aufzubauen. Die Schwestern schrieben in ihrem Dankbrief: „Der Brief, in dem Ihr uns Eure Hilfe angekündigt habt, schenkt uns die Freude, uns als Teil der Mutter Kirche zu fühlen, die für die Armen und Kleinen in Pakistan in ihrer Bedrängnis und Gefahr sorgt.“

An Weihnachten desselben Jahres detonierte eine Bombe bereits zu früh, mit der während der Christmette ein Attentat auf die Kathedrale verübt werden sollte. Dadurch wurde eine noch größere Katastrophe in letzter Minute verhindert. Die Gläubigen ließen sich dennoch nicht vom Gottesdienstbesuch abschrecken, sondern in der Folge waren die Kirchen so voll wie nie zuvor.

Wachposten vor der Kathedrale in Lahore.

Wachposten vor der Kathedrale in Lahore.

Die Priester wurden jedoch auch nach dem missglückten Anschlag noch in anonymen Briefen bedroht. Sie sollten „zum Islam übertreten oder die Konsequenzen tragen“. Pfarrer Andrew Nisari erklärte damals gegenüber KIRCHE IN NOT: „Wir sind von Bedrohungen umgeben. Ich predige den Leuten, dass sie sich auf den Tod vorbereiten sollen. Viele von uns werden in ihrem Bett oder im Krankenhaus sterben. Aber wie wunderbar wäre es, im Haus Gottes zu sterben.“

Jetzt stehen allerdings Polizisten vor dem Portal der Kathedrale, jeder Gottesdienstbesucher wird auf Waffen untersucht. In der Einfahrt zur Kathedrale sind bereits Blockaden errichtet worden, um die man im engen Slalom herumfahren muss. So wird verhindert, dass jemand bei geöffnetem Tor schnell und ungehindert die Einfahrt passieren kann.

Die Straße vor der Kathedrale ist während der Heiligen Messe abgesperrt. Es dürfen keine Autos vorbeifahren, denn in einem Auto könnte eine Bombe gezündet werden.

Die Regierung schreibt jedoch immer strengere Sicherheitsmaßnahmen für Kirchen vor. So müssen die Mauern erhöht und Überwachungskameras installiert werden. Mit 7083 Euro will KIRCHE IN NOT helfen, die Kathedrale von Lahore besser zu schützen.

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1.Mrz 2012 08:35 · aktualisiert: 18.Feb 2014 20:46
KIN / S. Stein