ÄTHIOPIEN

Bau einer Mehrzweckhalle für eine Pfarrei

Kinder und junge Erwachsene in der Pfarrei Itang.

Kinder und junge Erwachsene in der Pfarrei Itang.

85 verschiedene Volksgruppen leben in der Region Gambela im Westen Äthiopiens. Das Gebiet grenzt an den Südsudan und hatte in der Vergangenheit unter dem Bürgerkrieg im Nachbarland zu leiden, da Rebellen der SPLA sich in das Grenzgebiet auf der äthiopischen Seite zurückzogen.

Eine Herausforderung stellte in den 1980er-Jahren auch der Zuzug von Äthiopiern aus anderen Landesteilen dar. Die Zugewanderten werden als „Hochländer“ bezeichnet. In der Regel sind sie wirtschaftlich besser gestellt als die übrige Bevölkerung. Manchmal kommt es zu Konflikten.

Für die katholische Kirche ist es eine große Herausforderung, Menschen der verschiedenen Sprachen, Traditionen und Volkszugehörigkeiten miteinander zu versöhnen und ihnen zu einem vertrauensvollen Zusammenleben zu verhelfen.

Das Apostolische Vikariat Gambela erstreckt sich über 50 000 Quadratkilometer. Von seinen 580 000 Einwohnern sind nur dreieinhalb Prozent katholisch. 70 Prozent der Bevölkerung sind Protestanten, 16,8 Prozent Orthodoxe und fast fünf Prozent Muslime. Obwohl viele Menschen angeben, Protestanten zu sein, wissen sie in Wirklichkeit kaum etwas über Jesus Christus, sondern praktizieren traditionelle Stammesreligionen.

Zehn Pfarreien hat die katholische Kirche hier inzwischen eingerichtet, acht Priester sind in dem Apostolischen Vikariat tätig. Eine der Pfarreien hat ihren Sitz in der Stadt Itang. Pfarrer Desaleng Doelaso hat alle Hände voll zu tun. Er ist der erste einheimische Pfarrer der Gemeinde. Erst vor zwölf Jahren wurde die Pfarrei eingerichtet. Bis 2011 war sie in den Händen ausländischer Missionare. Die Pfarrgemeinde hat vier Außenstationen außerhalb der Stadt, in denen die Gläubigen ebenfalls seelsorglich betreut werden.

Die Kapelle im Dorf Puol in der Pfarrei Itang.

Die Kapelle im Dorf Puol in der Pfarrei Itang.

123 Erwachsene bereiten sich dort zurzeit auf die Taufe vor. Sie sind zwischen 18 und 80 Jahre alt. Regelmäßig treffen sie sich, um die Frohe Botschaft Jesu Christi besser kennen zu lernen. Auch 224 Kinder werden bald das Sakrament der Taufe empfangen.

Die Außenstationen haben so gut wie keine Infrastruktur. Besonders schlimm ist die Situation in dem Dorf Puol. Hier kommt es immer wieder zu schweren Überschwemmungen, wenn der Fluss Baro in der Regenzeit über die Ufer tritt. Vier Monate lang ist das Dorf dann von der Außenwelt abgeschnitten. Die Einwohner können nicht einmal in die Nachbardörfer gelangen. Der Pfarrer kommt dann mit einem Motorboot zu den Gläubigen.

In Puol soll nun eine Mehrzweckhalle entstehen, damit sich die Gläubigen zur heiligen Messe, zum Gebet, zur Katechese und zu anderen Aktivitäten treffen können. Traditionell wird in der Region auf dem Land mit Holz und Lehm gebaut. Solche Bauten sind billig, stürzen aber durch Überschwemmungen, Termitenfraß und Regenfälle schon nach wenigen Jahren ein. Damit dies nicht immer wieder passiert, soll die Mehrzweckhalle in Poll solide gebaut werden.

Pfarrer Doelaso hat uns um Hilfe gebeten, und wir haben ihm 25.000 Euro versprochen.

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KIN / S. Stein