MADAGASKAR

Gästetrakt für ein Klarissenkloster

Schwester im Gemüsegarten

Gemüsegarten des Klosters.

In seinem „Sonnengesang“ besingt der heilige Franziskus von Assisi, wie alles, was Gott geschaffen hat, seinen Schöpfer lobt: Sonne, Mond und Sterne. Wind, Luft und Wolken, Feuer und Wasser, die Erde, die „uns ernährt und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter“. Sogar Krankheit und Tod dienen in diesem Hymnus dazu, Gott zu loben.

Die Klarissenschwestern, die seit 2010 ein Kloster in Ampasipotsy in Zentralmadagaskar haben, können aus vollem Herzen in den Sonnengesang einstimmen. Die Schönheit und der Reichtum der Natur auf der Insel sind ein großer Schatz, der die Fantasie des Schöpfers in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit zeigt. Zudem liegt das Kloster in den Bergen, mit einem traumhaften Ausblick auf herrliche Sonnenuntergänge.

Dennoch ist das Leben der Schwestern nicht romantisch, sondern sie arbeiten hart und leben in großer Armut, wie es ihre Ordensregel vorschreibt. Sie bebauen Reisfelder und haben einen Obst- und einen Gemüsegarten angelegt. Außerdem forsten sie den Wald wieder auf, denn die eigentlich so paradiesische Natur auf Madagaskar wird immer mehr zerstört. 2000 Bäume haben die Ordensfrauen inzwischen gepflanzt.

Die Kirche des Klosters wird nicht nur von den Schwestern genutzt, sondern auch von den Gläubigen aus mehr als einem halben Dutzend Dörfern, die weit vom Zentrum ihrer Pfarrei entfernt wohnen. Das Gotteshaus verfügt über ein schönes Wandfresko, auf dem die Region, in der das Kloster liegt, mitsamt seinen Dörfern, Reisfeldern und seinen Menschen zu Füßen Gottes des Vaters dargestellt ist.

Das kleine Kloster der Klarissen.

Die kleine Kirche des Klosters der Klarissen.

Schwester Maria Ancilla erklärt: „Dieses Bild soll unseren Dorfbewohnern zeigen, dass Gott in ihren Dörfern und bei ihrer Arbeit anwesend ist. Er allein kann sie retten, nicht ihre Talismane, bei denen sie Schutz suchen. Sie werden durch den Glauben an ihre Amulette in Angst gehalten, denn sie denken: ‚Vielleicht ist der Talisman meines Nachbarn stärker als meiner.‘ Nur der Heilige Geist kann sie durch das Zeugnis eines kompromisslos am Evangelium ausgerichteten Lebens zur Wahrheit führen.“

Die Hälfte der Bevölkerung Madagaskars hängt noch Naturreligionen an. So leistet die Präsenz der Schwestern auch ein Beitrag zur Evangelisierung. Immer weiter verbreitet sich der gute Ruf der Schwestern, die hier in Armut, Keuschheit und Gehorsam ein strenges Leben des Gebets und der harten Arbeit führen.

Die Schwestern werden immer häufiger von Einzelpersonen und Gruppen gefragt, ob es möglich sei, in ihrem Kloster ein paar Tage der Besinnung zu verbringen. Der Bedarf ist groß, aber das Kloster hat keine Gästezimmer. Daher bitten die Klarissen uns um Hilfe. Wir haben ihnen 20.000 Euro versprochen, damit Menschen an diesem gesegneten Ort in den Sonnengesang des heiligen Franziskus einstimmen können.

Hier können Sie für dieses und ähnliche Projekte direkt online spenden

 

KIN / S. Stein