PAKISTAN

Katechetische Bücher und DVDs

Schwester Daniela mit Angestellten in der Buchhandlung.

In der Buchhandlung in Karatschi.

Die Buchhandlung der Paulus-Schwestern liegt wie eine Oase in einer der extrem belebten engen Geschäftsstraßen von Karatschi, einer Hafenstadt mit 18 Millionen Einwohnern im Süden Pakistans. Die Schwestern – eine Italienerin und vier pakistanische Ordensfrauen – bieten religiöse Literatur an, Bibeln, Heiligenbilder, Messgewänder, Rosenkränze, Postkarten, Kinderbücher, die auf die Erstkommunion vorbereiten, christliche CDs und DVDs.

Für eine christliche Einrichtung in Pakistan ist eine solch exponierte Lage gefährlich. In der Vergangenheit kam es bereits zu Übergriffen. Schwester Daniela Baronchelli aus dem italienischen Brescia findet es dennoch gut, dass der Laden sich an einem öffentlichen Platz befindet. „Hier steht er allen offen, und jeder kann kommen“, sagt sie uns. Aber sie gibt zu: „Wir sind in großer Gefahr.“ Dennoch lassen sich die Schwestern nicht einschüchtern und machen weiter.

Die meisten Kunden der Buchhandlung sind Christen. Sie kaufen vor allem Bibeln und Katechismen. Allerdings bemerken die Schwestern, dass die Armut zunimmt und dadurch weniger Bücher gekauft werden. Die Lage verschlechtert sich zunehmend. Arm waren die Christen schon immer, aber jetzt geht es um wirkliches Elend, weiß die achtzigjährige Ordensfrau zu berichten.

Und sie sagt bedauernd: „Unsere Christen hier sind sehr stark in ihrem Glauben, aber viele Menschen sind müde. Die Mutter hat keine Arbeit, der Vater wird aus der Fabrik entlassen. Und es gibt so viel Gewalt, so viele Menschen werden sinnlos getötet. Gott allein weiß, was aus diesem Pakistan werden soll.“

Blick aus der Buchhandlung.

Blick aus der Buchhandlung auf eine belebte Straße in Karatschi.

Hoffnung bereitet es ihr, dass die pakistanischen Christen trotz allem unerschütterlich an das Wort und die Verkündigungen Gottes glauben. Dazu nehmen sie auch Opfer in Kauf. Als letztes Jahr ein muslimischer religiöser Führer dazu aufrief, die Bibel in Pakistan zu verbieten, haben Gläubige Bibelexemplare aufgekauft, um sie an ärmere Mitchristen zu verteilen, damit sie im Falle des Verbotes eine eigene Ausgabe hätten, erzählt sie.

Schwester Daniela und ihre Mitschwestern leben dafür, die Frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen. Schon oft hat KIRCHE IN NOT ihnen dabei  helfen dürfen. Schwester Daniela dankt KIRCHE IN NOT aber nicht in erster Linie für die finanzielle Unterstützung, sondern vor allem für die „Gemeinschaft der Liebe“, die uns verbindet. „Ich liebe KIRCHE IN NOT“, sagt sie. „Ihr helft Christen dabei, im Glauben zu wachsen. Ihr seid in unserem Herzen.“

Viele Analphabeten in Pakistan

Die Paulusschwestern betreiben nicht nur die Buchhandlung, sondern sie gehen auch in Pfarreien in den Dörfern und in katholische Schulen, um dort Bibeln und religiöse Bücher zu verteilen. Dieses Medienapostolat ist wichtig, es stößt aber bei vielen Muslimen auf Ablehnung, weil sie die verkauften Artikel als „gegen den Islam gerichtet“ empfinden, vor allem Bilder und Filme. Diese sind aber besonders wichtig für die pastorale Arbeit, denn viele Menschen in Pakistan können nicht lesen und schreiben.

Trotz aller Schwierigkeiten machen die Schwestern weiter, denn die Gläubigen brauchen geistliche Nahrung, um in dem islamischen Land, in dem das Leben für sie gefährlich ist, treu zu Christus und zur Kirche zu stehen und aus dem Wort Gottes Trost, Hilfe und Kraft zu schöpfen. Sie haben uns um Hilfe gebeten, damit sie Bibeln und anderes katechetisches Material in arme Pfarreien der Erzdiözese Karatschi bringen können. Wir haben ihnen 5.000 Euro versprochen.

Hier können Sie für dieses und ähnliche Projekte direkt online spenden

KIN / S. Stein