DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO

Ausbildungshilfe für 52 Seminaristen

Die Studenten am Priesterseminar in Murhesa.

Die Studenten am Priesterseminar in Murhesa.

Im ugandischen Namugongo wurden zwischen 1885 und 1887 zweiundzwanzig junge Männer, die am Hof des Königs Mwanga als Pagen dienten, grausam getötet, weil sie ihrem Glauben treu blieben und sich weigerten, dem Herrscher als Lustknaben zu dienen.

Einer davon war der 17-jährige Mbaga Tuzinde. Obwohl seine Verwandten ihn dazu überreden wollten, dem Glauben abzuschwören, um sein Leben zu retten, blieb er standhaft. Am 3. Juni 1886 starb er den Märtyrertod.

Nach diesem jugendlichen afrikanischen Heiligen, der zum Patron der Seminaristen und Novizen ernannt wurde, ist das Philosophat des Priesterseminars in Murhesa im Osten der Demokratischen Republik Kongo benannt.

Leid und Tod kennen die Menschen dort nur allzu gut. Seit 1998 wurden in kriegerischen Auseinandersetzungen rund sechs Millionen Menschen umgebracht. Vertreibungen, Massenvergewaltigungen, Entführungen, Morde und Kinderhandel – das ist die traurige Realität, mit der die Bevölkerung bis heute konfrontiert ist.

Immer wieder wird die Region trotz eines auf dem Papier bestehenden Waffenstillstands von Kriegshandlungen heimgesucht. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat es keinen Konflikt mit so vielen Opfern mehr gegeben.

Viele Priester und Ordensleute, die treu an der Seite der leidenden Bevölkerung ausgeharrt haben, sind ums Leben gekommen. Dies hält junge Männer jedoch nicht davon ab, dem Ruf Gottes zu folgen.

Gruppenfoto der Seminaristen

Gruppenfoto der Seminaristen.

In Murhesa studieren zurzeit 52 Seminaristen aus sechs Diözesen Philosophie und bereiten sich auf die Priesterweihe vor. Das Seminar besteht bereits seit 1982. Obwohl sie aus verschiedenen Regionen und Stämmen stammen, gestaltet sich das Zusammenleben brüderlich und harmonisch.

Immer wieder wurde das Seminar geplündert und mutwillig beschädigt. Außerdem ist die Kirche so arm wie die Bevölkerung; die Seminaristen stammen ebenso aus armen und kinderreichen Familien, die nichts zur Ausbildung beitragen können. Zwar hat das Seminar versucht, durch Landwirtschaft und Viehzucht zumindest die Kosten für die Verpflegung der Seminaristen und des Lehrkörpers zu decken, aber diese Bemühungen wurden durch die Kriegshandlungen und die Plünderungen zunichte gemacht.

Die Preise galoppieren zudem, und die Weltwirtschaftskrise ist stark zu spüren. Daher bittet uns der Rektor des Seminars, Pater Dominique Rutamujyanye, auch in diesem Jahr wieder um Hilfe. Wir haben 21.000 Euro versprochen.

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KIN / S. Stein