LITAUEN

Isolierung einer Kirche in Grigiskes

In Kind betet in einer Kirche in Litauen.

Ein Kind beim Gebet.

Im Winter gibt es in Litauen Temperaturen von minus 30 Grad. Die Kinder aus der Heilig-Geist-Pfarrei in Grigiskes bei Vilnius dürfen dann nicht zur Kirche kommen, damit sie sich nicht erkälten. “Wir möchten so gern in die Kirche gehen, aber unsere Eltern erlauben es uns nicht, wenn es so kalt ist”, schreiben sie uns.

Die Heilig-Geist-Kirche ist nicht isoliert, und der Atem gefriert. Gleiches gilt für das Pastoralzentrum der Pfarrei, wo der Religionsunterricht stattfindet. “Wir ziehen uns während der Religionsstunden warm an und trinken heißen Tee, um uns zu wärmen”, berichten die Kinder, die mit dicken Schals um den Hals und Pudelmützen auf dem Kopf tapfer dem Unterricht der Ordensschwester folgen.

Auch in ihrer Freizeit sind sie gern in der Pfarrei. Sie helfen dabei, das Gotteshaus zu schmücken, bauen die Weihnachtskrippe auf, übernehmen kleine Arbeiten und treffen sich zum Spielen, Malen und Basteln.

Außerdem denken sie auch an Menschen, denen es schlechter geht als ihnen. Erst vor kurzem waren sie mit der Schwester im Kinderheim und haben dort Kinder besucht, die keine Eltern haben oder die nicht mit ihren Eltern zusammenleben können. Zerbrochene Familien gibt es viele. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, und oft geht ein Elternteil ins Ausland, um dort eine Arbeitsstelle zu finden und Geld nach Hause schicken zu können.

Die Not reißt Familien auseinander. Die Kinder sind unbeaufsichtigt und auf sich allein gestellt. Für sinnvolle Freizeitaktivitäten in Sportvereinen und ähnliches muss man Geld bezahlen, das die Familien nicht haben.

Kinder im Schnee

Die Kinder müssen sich auch für Kirchenbesuche dick anziehen.

Hier spielen die Pfarrgemeinden eine wichtige Rolle, die sich um die Kinder kümmern, ihnen Sicherheit und Geborgenheit schenken und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Freizeit gut zu gestalten. So bietet auch die Heilig-Geist-Pfarrei verschiedene Aktivitäten an und organisiert Sommerlager in den Bergen an, wo sich die Kinder erholen können.

Die hohe Arbeitslosigkeit führt auch dazu, dass viele Menschen alkoholabhängig werden. Für sie hat die Pfarrei eine Gruppe der „Anonymen Alkoholiker“ eingerichtet. „Viele intelligente Menschen im Alter von 30-45 Jahren, die alkoholkrank geworden sind, kommen in die Gruppe in der Hoffnung, ihre Abhängigkeit zu bekämpfen“, berichtet Pfarrer Andrzej Andzejewski.

Von den 12 000 Einwohnern der Kleinstadt sind 8000 katholisch. Litauen ist das einzige mehrheitlich katholische Land der ehemaligen Sowjetunion, aber die Kirche steht nach den vielen Jahren der kommunistischen Herrschaft noch immer vor vielen Herausforderungen.

Vieles muss noch aufgebaut und hergerichtet werden. Der EU-Beitritt des baltischen Staates hat der Kirche keine Vorteile gebracht. Umso schöner ist es, wenn Kinder den Religionsunterricht und die Kirche freiwillig besuchen und viele Menschen in die heilige Messe kommen wollen.

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Schlagworte:
Bauhilfe · Katechese · Litauen · Renovierung · Vilnius
1.Jun 2012 13:42 · aktualisiert: 1.Jun 2012 13:44
KIN / S. Stein