VENEZUELA

Existenzhilfe für Karmelitinnen

Karmelitin in einer Klosterzelle (Bild: Kloster Aufkirchen).

Karmelitin in einer Klosterzelle (Bild: Kloster Aufkirchen).

1995 wurde das Kloster “Maria Königin der Engel” in der Diözese La Guaira gegründet. Die Menschen in der Umgebung freuten sich über das neue Kloster. Anfangs waren es zwölf Karmelitinnen, aber bald kamen neue Berufungen hinzu. Die Gemeinschaft wuchs im Laufe der Zeit um mehr als das Doppelte an.

Damit begannen jedoch auch die Probleme: Die Wasserversorgung und die Kanalisation brachen zusammen. Nun mussten die Schwestern eineinhalb Stunden zurücklegen, um Wasser zu holen. Und nicht nur das: Das Wasser war zudem verseucht. Viele der Ordensfrauen wurden krank. Es war klar, dass dieser Zustand nicht so bleiben konnte. So beschlossen die Schwestern schweren Herzens einen Umzug.

Im Jahr 2000 war es soweit: In der Erzdiözese Valencia fand sich in Chirgua ein Bauernhof, der einer Familie gehörte. Die Eigentümer waren bereit, den Karmelitinnen einen Teil des Grundstücks zu überlassen, damit sie dort ein Kloster errichten können. Für den Übergang zogen die Schwestern in ein altes Gebäude.

Dieses Haus war jedoch in einem schlechten Zustand: Überall sickerte Wasser durch, die Fenster waren undicht, und das Erdgeschoss wurde von dicken Baumwurzeln angehoben.

Was aber für das Ordensleben wesentlich ungünstiger war: Es lag direkt an der Straße. So waren die Ordensfrauen, die in Klausur leben müssen, nicht abgeschieden und hatten auch keinen Schutz vor möglichen Eindringlingen. Daher beschlossen sie, ein Gebäude am Hang zu beziehen, das sie selbst errichtet hatten und das eigentlich für die Schweinezucht vorgesehen war. Dort wollten sie bleiben, bis sie endlich ein eigenes Kloster hätten.

Karmelitinnen aus Venezuela

Diese Karmelitinnen aus Venezuela brauchen unsere Hilfe.

Die Leute in der Umgebung nahmen die Schwestern relativ reserviert auf. Sie waren nicht gegen das Kloster, aber auch nicht dafür. Die Schwestern berichten: “Es waren ehrbare Leute, aber ihnen fehlte Gott. Sie brauchten eine Mutter, die sie umarmt und annimmt und in ihnen das Licht des Heiligen Geistes erweckt, damit sie Gott von Angesicht zu Angesicht begegnen.”

 

Einen Pfarrer gab es nicht. Die Karmelitinnen ließen sich nicht ermutigen. Mit ihrer liebenden Gegenwart und ihrem beschaulichen Leben brachten sie Gott zu der Bevölkerung.

Sie leben in einem ehemaligen Schweinestall

2009 erlebte die Klostergemeinschaft jedoch den schwärzesten Tag in ihrer Geschichte. Die sozialistische Regierung hatte angeordnet, dass es kein Privateigentum mehr geben dürfe. Bewaffnete Soldaten kamen und versetzten die Schwestern in Angst und Schrecken. Das Grundstück wurde den Eigentümern weggenommen. Juristisch ist das Eigentum noch immer nicht geklärt. Solange jedoch nicht klar ist, wem das Grundstück gehört, können die Schwestern kein Kloster bauen.

Bis heute leben 25 Schwestern also in dem ehemaligen Schweinestall, der in ein Kloster umfunktioniert wurde. Dennoch sagen sie: “Heute blüht das Kloster zur Ehre der Heiligsten Dreifaltigkeit, zum Wohl unserer Seelen und der ganzen Kirche. In unseren Herzen beten wir für alle.”

Um den Karmelitinnen zumindest das Überleben zu sichern, haben wir ihnen 7.500 Euro versprochen.

Hier können Sie für dieses und ähnliche Projekte spenden.

3.Jul 2012 15:40 · aktualisiert: 3.Jul 2012 15:47
KIN / S. Stein