BRASILIEN

Zuschuss für Reisekosten von Missionaren

Kindertaufe im Amazonasgebiet

Kindertaufe im Amazonasgebiet.

Die Diözese Sao Gabriel da Cachoeira erstreckt sich über ein Gebiet von fast 287 000 Quadratkilometern. Damit ist sie etwas kleiner als Italien. Allerdings ist sie dünn besiedelt: nur knapp 95 000 Menschen leben hier.

Fast alle von ihnen sind katholisch, allerdings gibt es nur sechs Priester, die sie betreuen. Die Diözese ist in zehn Pfarreien eingeteilt. Die größte davon, die Pfarrgemeinde von der Unbefleckten Empfängnis mit Sitz in Barcelos, erstreckt sich über 123 000 Quadratkilometer. Ihr gehören viele kleine Orte am Ufer des Rio Negro an, einem Nebenfluss des Amazonas.

Die Pfarrei muss mit vielen Herausforderungen kämpfen: In der Stadt Barcelos fallen viele Jugendliche Drogen, Alkoholismus und Sextourismus zum Opfer. Bischof Edson Taschetto Damian macht sich deswegen große Sorgen und will die seelsorgliche Betreuung der Jugendlichen verbessern. Dazu kommt, dass viele Dörfer am Fluss kaum erreichbar sind.

Für diese Regionen setzt sich Pater Peter Shekelton ein. Eigentlich arbeitet der aus England stammende Priester in den berüchtigten Armenvierteln Sao Paulos, wo die Jugend keine Hoffnung hat und in einem Sumpf von Kriminalität, Prostitution und Drogensucht versinkt. Einmal im Jahr fährt er jedoch in das Amazonasgebiet, um in den abgelegenen Dörfern, die man oft nur nach einer mehrstündigen Bootsfahrt erreicht, den Gläubigen die Sakramente zu spenden.

Jugendmission in Sao Paulo

Jugendmission in der brasilianischen Metropole Sao Paulo.

Ihn begleiten jugendliche Missionare. Sie helfen ihm, wo immer es geht: Sie erteilen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Katechese, bereiten die heilige Messe vor und registrieren die Taufen und Trauungen. Außerdem geben sie den Menschen im Dschungel, die nahezu von der Außenwelt abgeschnitten sind, das Gefühl, dass sie nicht verlassen und vergessen sind. Viele Menschen hatten seit Jahren keinen Priester mehr gesehen, bevor Pater Peter zu ihnen kam.

Wenigstens einmal im Jahr einen Priester zu sehen, die heilige Messe mitzufeiern, die Sakramente zu empfangen – für sie war es lange ein Traum. Jetzt kommt Pater Peter jedes Jahr zu ihnen. Er erzählt: “Wenn ich ein Jahr später wieder in die Dörfer komme, erfahre ich, dass viele der Gläubigen, denen ich die Sakramente gespendet hatte, bereits tot sind. Manche sind buchstäblich einen Tag später gestorben. Es scheint, als hätten sie mit dem Sterben gewartet, bis sie die Sakramente empfangen konnten.”

Pater Peter Shekelton selbst fand zu seiner Berufung, als er 1991 in London in der Kathedrale von Westminster Pater Werenfried van Straaten, den Gründer von KIRCHE IN NOT predigen hörte. Die Kathedrale war überfüllt. Pater Werenfried hielt eine seiner flammenden Predigten, die die Menschen dazu aufriefen, Helden der Nächstenliebe zu werden und über sich selbst hinauszuwachsen.

Jugendliche feiern einen Gottesdienst

Jugendliche feiern im Rahmen ihrer Jugendmission einen Gottesdienst.

Natürlich gab es auch an diesem Tag eine Kollekte, aber Pater Werenfried rief aus: “Ich würde die ganze Kollekte hergeben, wenn ein junger Mann unter euch bereit wäre, sein Leben in den Dienst des Herrgottes zu stellen, um als sein Priester das Reich Gottes zu verkünden!” Peter dachte damals spontan: “Dieser junge Mann bin ich!”

An KIRCHE IN NOT schrieb er, als er das erste Mal um Hilfe bat: “Damals habe ich mich nicht getraut, Pater Werenfried um die Kollekte zu bitten, aber heute bitte ich Euch um ein bisschen Geld aus dieser Kollekte von damals.”

Diesmal ist es Bischof Edson Taschetto Damian, der um Hilfe bittet. Er möchte, dass Pater Peter und seine jugendlichen Missionare in die riesengroße Pfarrei von Barcelos kommen. Er setzt große Hoffnungen auf ihr Wirken, vor allem in der Jugendarbeit.

Aber es gibt ein Problem: Sao Paulo ist 3000 Kilometer entfernt, und die Missionare müssen nach Manaus fliegen. Diese Flugtickets müssen bezahlt werden. Für eine Gruppe von dreißig Personen beträgt der Preis rund 9000 Euro. Das sind 300 Euro pro Person. Wir haben ihm versprochen, die Kosten zu übernehmen.

Hier können Sie für dieses und ähnliche Projekte spenden.

1.Aug 2012 10:43 · aktualisiert: 31.Mai 2013 15:49
KIN / S. Stein