GHANA

Ein Dach für eine Dorfkapelle

Gläubige in der Kirche im Dorf Bilmado

Gläubige in der Kirche im Dorf Bilmado.

Die St.-Josefs-Pfarrei ist eine der nur acht Pfarreien der Diözese Yendi im Norden Ghanas. 1932 begannen Afrikamissionare (Weiße Väter) dort ihre Arbeit. Der Pfarrei, die ihren Sitz in der Stadt Bimbilla hat, gehören heute 30 Außenstationen an. Sie zählt 4500 Katholiken.

Die Mehrheit der Bevölkerung besteht aus Muslimen und Anhängern traditioneller afrikanischer Religionen. Es gibt außerdem einige Protestanten und Angehörige evangelikaler Pfingstgemeinden.

Das Gebiet ist arm und vernachlässigt. Die Menschen bauen das, womit sie ihre Familien ernähren, selbst an, vor allem die stärkehaltigen Yamswurzeln, Hirse und Bohnen. Mit Hacken und Buschmessern bestellen sie ihre kleinen Felder. Einen Pflug können sie sich nicht leisten, selbst wenn sie ihn nur mieten würden. Es gibt kein Bewässerungssystem, so dass die Kleinbauern vollkommen davon abhängig sind, dass es zur rechten Zeit regnet.

Einige fertigen traditionelle Webarbeiten an. Viele Frauen versuchen, zusätzlich ein bisschen Gemüse anzubauen, das sie an der Straße verkaufen. Andere versuchen, sich mit Kleinhandel über Wasser zu halten. Sie legen weite Wege zurück, um ihre Waren auf den Märkten zu verkaufen.

Die Gemeindemitglieder im Dorf Bilmado.

Die Gemeindemitglieder im Dorf Bilmado.

Die Kirche hilft der Bevölkerung, wo immer es geht. Neben der Seelsorge betreibt sie Schulen, ist in der Gesundheitsfürsorge tätig und sorgt dafür, dass in den Dörfern Brunnen und Wasserpumpen entstehen, damit es sauberes Trinkwasser gibt und die Frauen und Kinder nicht stundenlang das Wasser durch die Hitze zu tragen brauchen. Außerdem bietet sie Frauen die Möglichkeit, Nähen oder Brotbacken zu lernen. Dadurch wird den Frauen geholfen, das Familieneinkommen aufzubessern.

In der Diözese Yendi herrschen traditionelle kulturelle Vorstellungen vor. So ist der Status von Frauen und Kindern niedrig. Frauen dürfen selbst nichts besitzen und werden als Eigentum ihrer Väter und Ehemänner angesehen, erklärt Pfarrer Joseph Kofi Sukpe. Manche Mädchen werden früh verheiratet. Der Wert der Frau wird darin gesehen, dass sie Mutter wird und ihren Mann versorgt.

Eine der Außenstationen der Pfarrei ist das Dorf Bilmado. Hier fing alles an mit drei oder vier Frauen, die sich zusammen mit ihren Kindern zum Gebet versammelten. Mit der Zeit kamen immer mehr Leute dazu, und irgendwann bauten die Gläubigen selbst eine kleine Kapelle. Sie bauten sie genauso wie ihre Hütten aus Lehm.

Rohbau der Kirche in Bilmado.

Rohbau der Kirche in Bilmado.

Einige Jahre später wurde diese Kapelle zu klein, denn immer mehr Menschen schlossen sich den Gebetstreffen an. Auch die Zahl der Katholiken nimmt zu: Allein am vergangenen Osterfest haben sich hier 25 Menschen taufen lassen.

Neben dem Platzproblem steht die Gemeinde noch vor einer weiteren Herausforderung, denn das Gebäude ist in einem beklagenswerten Zustand, berichtet der Pfarrer. Das Gotteshaus droht, in der nächsten Regenzeit einzustürzen, denn die traditionellen Bauten aus Lehm und Holz werden nach wenigen Jahren durch Regen und Termitenfraß zerstört.

Nun haben die Gläubigen mit vereinten Kräften damit begonnen, eine solide Kapelle zu bauen. Aber da sie arm sind, reichen die Mittel nicht aus. Wir möchten den Gläubigen in Bilmado daher mit 10.000 Euro helfen, ihre St.-Peters-Kapelle fertigzubauen.

Hier können Sie für dieses und ähnliche Projekte spenden.

Schlagworte:
Armut · Bauhilfe · Dach · Ghana · Kirchenbau · Missionare · Weiße Väter · Yendi
1.Aug 2012 10:38 · aktualisiert: 1.Aug 2012 10:40
KIN / S. Stein