INDIEN

Ausbildungsbeihilfe für Seminaristen

Priester mit Erzbischof Francis Kallarakal

Priester mit Erzbischof Francis Kallarakal.

Die sechs europäischen Karmelitenpatres hatten eine abenteuerliche Reise hinter sich, als sie im Februar 1657 in Südindien eintrafen. Ein Jahr lang waren sie in zwei kleinen Gruppen unterwegs gewesen.

Für drei von ihnen, die von Rom aus aufgebrochen waren, wäre die Reise fast schon in Italien zu Ende gewesen, denn ihr kleines Boot wäre beinahe schon auf dem Tiber untergegangen, als es mit einem anderen Boot zusammenstieß.

Eine endlose Seereise führte sie über Sizilien, Malta und Haifa nach Aleppo im heutigen Syrien. Von dort zogen sie in Begleitung eines Trupps Soldaten mit einer Karawane durch die Wüste weiter nach Bagdad im heutigen Irak. Zwei Monate waren sie unterwegs. Damals waren Reisen gefährlich, und die Patres verkleideten sich als Türken. Von Basra (ebenfalls heutiger Irak) segelten sie weiter. Als sie nach dieser langen Reise in Südindien ankamen, erwartete die Missionare bereits viel Arbeit.

Der Karmeliterorden ist heute neben den Jesuiten die größte Ordensgemeinschaft in Indien. Das Priesterseminar der Karmeliten in Verapoly entstand 1674. Zurzeit bereiten sich dort 48 junge Männer auf die Priesterweihe vor. Zwanzig Männer sind 2011 neu eingetreten.

Karmelitenpatres, die in dem Seminar studiert haben, gehen teilweise als Missionare in schwierige Gebiete. So sind Karmeliten auch in Orissa tätig, dem indischen Bundesstaat, in dem fundamentalistische Hindus 2007 und 2008 regelrechte Pogrome auf Christen verübten. Die schweren Übergriffe forderten rund 100 Menschenleben. 50 000 Christen waren vertrieben, fast 5000 Häuser und zahlreiche Kirchen und kirchliche Gebäude zerstört worden.

Priester aus Manjummel

Junge Priester aus Manjummel.

In Andhra Pradesh, wo viele Menschen ethnischen Minderheiten angehören, die am Rande der Gesellschaft leben, leisten Karmelitenpatres ihren priesterlichen Dienst. Aber auch im Ausland sind viele von ihnen als Missionare tätig, so beispielsweise in Indonesien, wo Christen nur eine Minderheit an der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Das Seminar in Verapoly legt größten Wert darauf, die jungen Karmeliten bestmöglich auszubilden, damit sie “zum Wohle der Weltkirche” gute Ordensmänner werden, wie es uns der Provinzial, Pater Jacob Palliparambil, schreibt. Aber es fehlt an Geld.

Einen Teil kann das Seminar selbst aufbringen, aber es werden noch 4.800 Euro benötigt. Ein Zuschuss von 100 Euro für die Ausbildung jedes Seminaristen in diesem Jahr ist für uns nur ein kleiner Beitrag, aber es ist eine große Hilfe, damit junge Männer ihrer Berufung folgen können. Wir haben dem Provinzial die 4.800 Euro versprochen, um die er bittet.

Hier können Sie für dieses und ähnliche Projekte spenden.

KIN / S. Stein