LETTLAND

Bau einer neuen Kirche

Wohnhaus in der lettischen Stadt Rezekne.

Wohnhaus in der lettischen Stadt Rezekne.

Viele Touristen besuchen die lettische Hauptstadt Riga und sind beeindruckt von der wunderschönen Altstadt, den prächtigen Jugendstilfassaden, den eleganten Geschäften … Nur wenige wissen, dass schon am Stadtrand eine andere Welt beginnt.

Denn noch immer herrscht in weiten Teilen des Landes, das 1991 unabhängig wurde, bittere Armut. Als Lettland 2004 Mitglied der Europäischen Union wurde, hatte es die am schnellsten wachsende Wirtschaft in Europa zu verzeichnen. Aber schon fünf Jahre später stand das Land vor dem Bankrott. Die Arbeitslosigkeit lag damals bei 19 Prozent und liegt heute bei 16 Prozent. Obwohl sich die wirtschaftliche Lage leicht stabilisiert hat, ist die Republik noch immer auf Hilfe von außen angewiesen.

Arm ist auch die katholische Kirche, der 24 Prozent der Bevölkerung angehören (55 Prozent der Einwohner Lettlands sind Lutheraner, neun Prozent russisch-orthodox). Sie befindet sich nach den langen Jahren kommunistischer Herrschaft noch immer in der Aufbauphase und leidet zudem unter einem gravierenden Priestermangel. Die ganze Infrastruktur muss neu geschaffen werden.

Rohbau der katholischen Kirche in Rezekne

Rohbau der katholischen Kirche in Rezekne.

Die Stadt Rezekne liegt in der Region Lettgallen im Grenzgebiet zu Weißrussland. Die wirtschaftliche Lage ist hier desolat, viele Menschen wandern ab. Peter Rettig von KIRCHE IN NOT, der die Stadt kürzlich auf seiner Reise durch Lettland besuchte, berichtet: “Bei unserer Fahrt durch Rezekne waren kaum Werbeplakate oder Läden zu sehen. Es schien, als ob es sich nicht lohnte, zu werben, weil die Leute sowieso kein Geld haben. Andererseits ist die Region Lettgallen aber traditionell katholisch und kinderfreundlich. Viele Priester stammen von dort.”

Im nördlichen Teil der Stadt, die rund 35 000 Einwohner hat, wurden 2009 die Fundamente für eine neue katholische Kirche gelegt. Der Stadtteil wurde von den Kommunisten als “Stadt ohne Gott” konzipiert. Es gibt viele mehrstöckige Wohnhäuser, in denen zahlreiche Familien mit Kindern leben, aber die Menschen haben keine Kirche.

Die Einwohner, die nicht abwandern, sind sehr mit der Kirche verbunden und wünschen sich in Gotteshaus. Damit die Kirche fertig gebaut werden kann, hilft KIRCHE IN NOT mit 50.000 Euro.

Hier können Sie für dieses und ähnliche Projekte spenden.

3.Sep 2012 12:59 · aktualisiert: 4.Feb 2015 15:22
KIN / S. Stein