SENEGAL

Ausbildungshilfe für Seminaristen

Seminaristen im Gottesdienst

Gottesdienst im Seminar von Brin.

Mehr als ein Fünftel aller angehenden Priester weltweit sind Afrikaner. Noch vor hundert Jahren hätte wohl niemand an eine derartige Entwicklung gedacht. In vielen afrikanischen Ländern gab es damals noch gar keinen einheimischen Klerus. Die Kirche war gänzlich vom Einsatz ausländischer Missionare abhängig.

Im westafrikanischen Senegal wurden hingegen bereits 1841 drei einheimische Priester geweiht. Ihre Ausbildung hatten sie in Paris absolviert. 1857 wurde in Sebikhotane (Erzdiözese Dakar) das erste Priesterseminar des Senegal gegründet. 1861 wurde der erste Seminarist zum Priester geweiht, der seine Ausbildung vollständig im Senegal absolviert hatte. In dem westafrikanischen Land wurde 1939 erstmals ein Afrikaner Bischof.

Senegal hat heute knapp 13 Millionen Einwohner, von denen mehr als 90 Prozent Muslime sind. Obwohl Katholiken nur eine Minderheit von fünf Prozent ausmachen, unterhält die Kirche 240 Schulen und 259 karitative Einrichtungen, wie beispielsweise Waisenhäuser und Krankenstationen. Rund 300 Diözesan- und etwas mehr als 120 Ordenspriester betreuen die Gläubigen.

Das Seminar von Sebikhotane existiert bis heute. Mit der Zeit wurde es allerdings zu klein. 1987 wurde ein weiteres Seminar in Brin in der Diözese Ziguinchor im Süden des Landes gegründet. Dort studieren zurzeit 42 Seminaristen aus allen sieben Diözesen Senegals.

Gruppenfoto der Seminaristen

Gruppenfoto der Seminaristen.

Ignace wollte bereits als Kind Priester werden. Er erzählt: “Eines Tages kam ein Priester vom Orden der Weißen Väter in unser Dorf, um die Messe zu feiern. Während der ganzen Messe schaute ich ihn an. Ich war damals sechs Jahre alt. Als wir die Kirche verließen, sagte ich im Vorhof der Kirche zu meiner Mutter: ‘Ich will so werden wie dieser da!’, und zeigte mit dem Finger auf den Pater.”

Dieser Wunsch blieb stets in seinem Herzen. Sein Vater wollte eigentlich, dass er zur Armee ginge, aber als er sah, dass es Ignace ernst war, ließ er ihn in das Seminar eintreten. Der junge Mann sagt: “Dort sind meine Beziehung zu Jesus Christus sowie mein Bedürfnis, zu dienen und als Priester zu leben, tiefer geworden.”

Priestersein war schon sein Kinderwunsch

Jean Thomas fühlte sich sogar schon im zarten Alter von drei Jahren berufen. Als Papst Johannes Paul II. 1992 den Senegal besuchte, trug der kleine Junge ein Halstuch mit dem Bild des Heiligen Vaters. Im Fernsehen sah er die Bischöfe und fragte seinen Vater, was das für Männer seien. Als der Vater ihm erklärte, dass das Bischöfe seien, entschied der Dreijährige spontan: “Ich will auch Bischof werden!” Heute bereitet er sich auf die Priesterweihe vor.

Damit Ignace, Jean Thomas und die 40 anderen Seminaristen ihrer Berufung folgen können, unterstützt KIRCHE IN NOT ihre Ausbildung auch in diesem Jahr mit 14.000 Euro.

2.Nov 2012 11:09 · aktualisiert: 20.Aug 2014 07:13
KIN / S. Stein