GEORGIEN

Haus für Menschen mit Behinderung

Pater Pawel Dyl mit einem betreuten Mensch mit Behinderung.

Pater Pawel Dyl mit einem betreuten Mensch mit Behinderung.

In Georgien gibt es für Menschen mit Behinderung nur wenige Betreuungsmöglichkeiten. Die Familien werden in der Regel mit der Pflege und Betreuung alleingelassen. Am schwersten ist die Lage außerhalb der Hauptstadt Tiflis. In den ländlichen Gebieten gibt es gar keine Hilfe.

Die im Süden Georgiens gelegene Stadt Achalziche hat 17 300 Einwohner. Hier gibt es 232 registrierte Menschen mit Behinderung, wobei die Dunkelziffer wesentlich höher sein dürfte. 2010 entstand hier ein kleines Zentrum für physisch und psychisch kranke Menschen. Die Schwestern der heiligen Nino hatten bei ihren Hausbesuchen bei Menschen mit Behinderungen festgestellt, dass der Bedarf an Betreuung und die Not behinderter Menschen und ihrer Familien sehr groß war.

Viele Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen sind zur Einsamkeit verurteilt und haben keine Perspektiven für eine würdige und selbstbestimmte Zukunft. Ihr Gesundheitszustand und ihre schlechten Lebensbedingungen gestatten es ihnen nicht, eine Ausbildung zu erhalten und ihre Interessen und Fähigkeiten zu entwickeln.

Das kleine Zentrum ist von Montag bis Donnerstag von 10 bis 14 Ur geöffnet. An diesen Tagen werden die Patienten mit einem gemieteten Auto zum Unterricht und zur Therapie gebracht. Freitags machen die Mitarbeiter zusammen mit Freiwilligen nach wie vor Hausbesuche. Ziel der therapeutischen Übungen und des Unterrichts ist es, die körperlichen oder geistigen Fähigkeiten der Patienten zu stärken und ihnen dabei zu helfen, im alltäglichen Leben selbstständig zu handeln.

In der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Achalziche. Rechts: KIRCHE-IN-NOT-Referent Pater Andrzej Halemba.

In der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Achalziche. Rechts: KIRCHE-IN-NOT-Referent Pater Andrzej Halemba.

Die bisher genutzten Räume sind zu klein und befinden sich in einem schlechten Zustand, ohne angemessene sanitäre Anlagen und ohne Küche. Wegen der äußerst beschränkten und ungeeigneten Räumlichkeiten und der nicht ausreichenden finanziellen Mittel können bislang in dem Zentrum nicht mehr als sechs Menschen betreut werden.

Nun plant der Kamillianerorden, der Erfahrungen mit solchen Einrichtungen hat, ein professionelles Betreuungszentrum für dreißig Patienten zu errichten, in dem es verschiedene Therapie- und Fördermöglichkeiten geben soll.

Bischof Giuseppe Pasotto.

Bischof Giuseppe Pasotto.

Bischof Giuseppe Pasotto, der Apostolische Administrator für die im Kaukasus lebenden Katholiken, schreibt an KIRCHE IN NOT: „Menschen mit Behinderungen leben in Georgien am Rande der Gesellschaft, ohne Zukunft und Perspektive.

Geplant ist der Ausbau der Arbeit für Menschen mit Behinderung durch ein neu gegründetes Betreuungszentrum, in dem die [behinderten Menschen] die Liebe Gottes erfahren und nach ihren Möglichkeiten gefördert und versorgt werden.

Unsere Gemeinde ist sehr arm, und dieses Projekt kann ohne Unterstützung nicht durchgeführt werden. Im Namen der Menschen mit Behinderungen, denen wir im Betreuungszentrum mit Gottes Hilfe eine bessere Zukunft ermöglichen werden, bitten wir Sie von Herzen, unser Anliegen wohlwollend zu prüfen und dieses Projekt zu unterstützen.“ Wir möchten mit 60.000 Euro helfen.

7.Jun 2013 13:47 · aktualisiert: 17.Apr 2014 15:43
KIN / S. Stein