RUANDA

Unterkünfte für Pilger in Kibeho

Marienfigur im Wallfahrtsort Kibeho.

Marienfigur im Wallfahrtsort Kibeho.

Als „Nyina wa Jambo”, das heißt „Mutter des Wortes”, wird die heilige Jungfrau in Kibeho verehrt. Das Heiligtum, das 2003 von der Katholischen Kirche anerkannt wurde, steht in einer Linie mit Wallfahrtsorten wie Lourdes oder Fatima und ist die erste Pilgerstätte dieser Art in Afrika.

Die Zahl der Pilger steigt stetig an. 1981 erschien die Muttergottes hier zum ersten Mal drei jungen Mädchen. Ein Jahr später kam es zu der dramatischsten Vision, die nur ein Jahrzehnt später grausame Wirklichkeit werden sollte: Die Mädchen sahen einen Strom von Blut, Menschen, die einander töteten, zahllose unbegraben zurückgelassene Leichen, abgetrennte Köpfe …

Der Völkermord von 1994, dem innerhalb von 100 Tagen fast eine Million Menschen zum Opfer fielen, und auch das Massaker in der Nähe von Kibeho, bei dem ein Jahr später in einem Lager für Binnenflüchtlinge 5000 Menschen bestialisch getötet wurden, haben auf grausame Weise deutlich gemacht, wohin es führt, wenn Menschen Gott vergessen und sich dem Hass ergeben. Die Muttergottes hatte davor gewarnt. Kibeho ist damit auch zu einem Mahnmal geworden, wo der Opfer gedacht wird und die Menschen, die in Ruanda leben, sich mit Gottes Hilfe vornehmen, dass so etwas nie wieder geschehen darf.

Pilgernde beim Gebet im Heiligtum von Kibeho.

Pilgernde beim Gebet im Heiligtum von Kibeho.

Die Pilger, die in das Marienheiligtum kommen, werden von den Pallottinerinnen betreut. Viele der Gläubigen sind zu Fuß von weither gepilgert, manche von ihnen haben länger als eine Woche gebraucht. Viele haben sich barfuß auf den Weg gemacht, weil sie keine Schuhe besitzen. Auf dem Kopf transportieren sie Wasserkanister; sie essen kaum etwas. Unzählige trotzen der Kälte, dem Regen und der Müdigkeit, um dem Ruf Mariens zu folgen und bei ihr Trost und Hilfe zu finden.

Der Ort Kibeho liegt in 1900 Kilometern Höhe – gerade in der Regenzeit wird es dort nachts sehr kalt. Es ist kein Wunder, dass manche Pilger unterwegs krank werden. Andere kommen gerade deshalb zur Muttergottes, weil sie krank sind. Sie erhoffen sich, an dem Gnadenort endlich geheilt zu werden. Um sie alle kümmern sich die Schwestern mit besonderer Hingabe. Aber auch die Pilger, die gesund sind, benötigen Hilfe und Beistand.

Das Kloster der Pallotinerinnen soll nun erweitert werden, damit mehr Pilger untergebracht werden können. Denn viele von ihnen müssen draußen übernachten, weil es keinen Platz gibt. Es sollen Räume entstehen, in denen 60 Personen untergebracht werden können. KIRCHE IN NOT möchte mit 15.000 Euro helfen.

KIN / S. Stein