TANSANIA

Pfarrhaus für Claretiner in Kimara

Kirche in Tansania (Foto: Heinz Ripka).

Kirche in Tansania (Foto: Heinz Ripka).

Der Claretinerorden wurde im Jahr 1849 durch den heiligen Antonius Maria Claret gegründet. Heute gehören dem Orden 19 Bischöfe, über 2000 Priester und 3000 Brüder in 63 Ländern an.

Seit 2003 sind die Claretiner auch in der Erzdiözese Daressalam in Tansania tätig. Mittlerweile sind sie dort an acht Orten vertreten. Sie setzen sich in Schulen für die Bildung und Erziehung der Kinder ein, kümmern sich um die medizinische Grundversorgung und setzen sich für Benachteiligte ein, besonders für die Angehörige ethnischer Minderheiten.

Darüber hinaus unterstützen sie alleinerziehende Mütter und rufen Selbsthilfegruppen ins Leben. Sie sehen „die Welt durch die Augen der Armen“ und bemühen sich, die Nöte des Leibes und der Seele zu lindern.

Ein Ort, an dem sie tätig sind, ist die St.-Marien-Pfarrei in Kimara. Dort leiten die Ordensmänner eine überaus aktive Pfarrei mit fast 11 000 Katholiken, sind aber bislang noch provisorisch untergebracht. Es gibt nicht einmal fließendes Wasser.

Baustelle des Pfarrhauses in Kimara.

Baustelle des Pfarrhauses in Kimara.

Um den Claretinern die Arbeit in Kimara zu erleichtern, möchte Polycarp Kardinal Pengo, der Erzbischof von Daressalam, ein Pfarrhaus errichten, und bittet uns daher um Hilfe. Er schreibt: „Ihre Unterstützung wird die Brüder sicherlich ermutigen, ihre missionarischen Aktivitäten fortzusetzen. Das Fehlen eines Pfarrhauses in einem Umfeld, in dem Krankheiten wie Malaria verbreitet sind, führt dazu, dass die Missionare oft krank werden und ihre anspruchsvolle und umfangreiche Arbeit nicht so regelmäßig ausführen können, wie geplant. Der Mangel an geeigneten Räumen und sauberem Trinkwasser führt zu ungesunden Lebensumständen.

Katechesen und Kurse werden im Inneren des Kirchengebäudes gehalten. Es gibt keine Möglichkeit, auch nur einen einzigen Besucher aufzunehmen. Dazu kommt, dass die momentane Unterbringung nicht die geringsten Sicherheitsstandards erfüllt, während in der Region Raubüberfälle zunehmen. Dies alles macht das Leben hart und sehr schwierig.“

Die Gläubigen lieben ihre Pfarrei. Sie kommen gerne zu den Eucharistiefeiern, zum gemeinsamen Gebet und Austausch. Es werden immer mehr. Täglich findet ein Gottesdienst in Kimara statt, in den beiden Außenstationen sind es drei Gottesdienste wöchentlich.

Auf einem Fest in Kimara.

Auf einem Fest in Kimara.

Die Claretiner sind unersetzlich geworden im Einsatz für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung und das Heil der Seelen. Viele Bewohner sind arme Bauern, sie ernähren sich vom Verkauf der Ernte. Das Einkommen reicht meist nur zum Überleben aus. Und dennoch geben sie einen Teil ihres geringen Einkommens für den Bau des Pfarrhauses. Sie möchten den Brüdern etwas zurückgeben.

Die jungen Menschen in der Pfarrei werden beim Bau helfen. Sie schätzen die Arbeit der Brüder. Viele von ihnen sind bei nur einem Elternteil aufgewachsen. Schon Kinder arbeiten, um ihre Familien zu ernähren. Einige leben auf der Straße. Es gibt viele Probleme: Für Mädchen ist Fruchtbarkeit ein hoher Wert, und so gebären sie schon früh Kinder, auch ohne verheiratet zu sein.

Ein Problem besteht zudem in dem traditionellen Mitgiftsystem. Da sich viele Familien die Mitgift, die sie bei der Hochzeit zu zahlen haben, nicht leisten können, leben viele junge Paare einfach nur frei zusammen. Die Familienstrukturen zerfallen. Frühe sexuelle Kontakte, Teenagerschwangerschaften, Abtreibungen und Kriminalität sind alltäglich. Die Arbeit der Claretiner ist ein großer Segen für die Bevölkerung. Das Kloster wird es ihnen ermöglichen, ihre ganze Zeit und Energie für die bedürftigen Menschen einzusetzen. KIRCHE IN NOT möchte mit 15.000 Euro zum Bau beitragen.

KIN / S. Stein