PAKISTAN

Wohnheim für christliche Schülerinnen

Schülerinnen aus Pakistan.

Schülerinnen aus Pakistan.

In Pakistan ist Bildung immer noch ein großes Problem: Etwa die Hälfte der knapp 190 Millionen Einwohner können nicht lesen und schreiben.

Gerade in christlichen Familien, die meist zur untersten Gesellschaftsschicht gehören, müssen viele Kinder arbeiten, um ihren bitterarmen Eltern helfen zu können. In staatlichen Schulen werden christliche Kinder zudem oft diskriminiert und benachteiligt und haben Schwierigkeiten, zu höherer Bildung zugelassen zu werden.

Erzbischof Joseph Coutts, der Vorsitzende der pakistanischen katholischen Bischofskonferenz, sagt: „In Studienfächern, für die ein bestimmter Notendurchschnitt verlangt wird, können muslimische Schüler durch den Besuch des Koranunterrichts Extrapunkte sammeln und werden dann an der Universität aufgenommen. Christen haben diese Möglichkeit nicht.

Ein christlicher Name reicht bisweilen aus, damit ein Kandidat nicht zum Studium zugelassen wird. In den Schulen werden christliche Schüler oft von Lehrern beschimpft, ungerecht behandelt oder aufgefordert, zum Islam überzutreten.“

Besonders hoch ist die Analphabetenquote unter Mädchen. Beachtung im Westen fand vor allem der Fall der 16-jährigen Malala Yousafzai, die wegen ihres Einsatzes für die Bildung von Mädchen von einem Taliban in den Kopf geschossen wurde. Sie überlebte schwer verletzt und setzt sich seitdem dafür ein, dass jedes Kind das Recht auf Bildung hat. Das Mädchen wurde wegen ihres Engagements sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Kinder vor einer Mariengrotte in Pakistan.

Kinder vor einer Mariengrotte in Pakistan.

Insbesondere im Nordwesten Pakistans wurden von Extremisten in den vergangenen Jahren dutzende Schulen zerstört. Die Anschläge richteten sich vor allem gegen Mädchenschulen.

Die katholische Kirche betreibt in Pakistan zahlreiche Schulen. Allein in der Diözese Faisalabad unterhält sie 82 Schulen. Vor allem Ordensfrauen setzen sich für die Bildung von Mädchen ein. Die Schwestern der Heiligen Familie im Dorf Chak 6/4-L (manche Dörfer in Pakistan werden nur mit Nummern versehen) unterhalten bereits ein Wohnheim für 45 Mädchen, die aus abgelegenen Regionen stammen und für die es dort, wo ihre Familien leben, keine Möglichkeit gibt, zur Schule zu gehen.

Wenn es überhaupt Schulen gibt, liegen sie so weit entfernt, dass die Schülerinnen weite Fußwege zurücklegen müssen, was gerade für Mädchen in Pakistan extrem gefährlich ist. Immer wieder kommt es zu Vergewaltigungen und Entführungen gerade christlicher Mädchen.

Schulklasse unter einem Baum in Pakistan (Foto: Magdalena Wolnik).

Schulklasse unter einem Baum in Pakistan (Foto: Magdalena Wolnik).

Die Schwestern möchten nun auch ein Wohnheim für Schülerinnen errichten, die ihre schulische Ausbildung über die zehnte Klasse hinaus fortsetzen und Abitur machen wollen. Manche der Schülerinnen sind sehr begabt, und so möchten die Ordensfrauen ihnen die Chance geben, weiterhin zur Schule zu gehen und das Abitur zu machen.

Manche dieser jungen Mädchen möchten nach Abschluss ihrer Schulausbildung Ordensschwestern werden. Somit ist die Förderung ihrer Bildung auch eine Investition in die Zukunft der Kirche in Pakistan, in der Ordensschwestern eine wichtige Rolle spielen, weil sie sich in einem Land, in dem die Lebenswelten von Männern und Frauen zumeist strikt getrennt sind, besonders für Frauen und Kinder einsetzen.

Gut ausgebildete Ordensschwestern können für junge Mädchen und Frauen ein Vorbild sein, ihnen ein Bewusstsein der eigenen Würde und der Notwendigkeit einer gute Ausbildung vermitteln und ihnen einen Weg in die Zukunft zeigen. Wir haben für das Internat 6.800 Euro versprochen.

Buchtipp: Pakistan – Christen im Land der Taliban

Pakistan - Christen im Land der Taliban. Buch von Eva-Maria Kolmann.

Pakistan – Christen im Land der Taliban. Buch von Eva-Maria Kolmann.

Unter dem Titel „Pakistan – Christen im Land der Taliban” geben wir unentgeltlich ein Buch über die Lage der Christen in der Islamischen Republik Pakistan heraus.

Die Autorin Eva-Maria Kolmann berichtet darin tagebuchartig über ihre Erlebnisse während einer Projektreise von Mitarbeitern des Hilfswerks nach Pakistan im November 2011.

Ein Hauptaugenmerk legt sie in dem reich bebilderten 128-seitigen Buch auf das Schicksal der pakistanischen Frauen, die ihrer Beobachtung nach in dem islamisch geprägten Land oft als „Menschen zweiter Klasse” behandelt werden.

Ebenso zur Sprache kommt die zunehmend schwierige Situation aller Christen im Alltag, seitdem die Politik Pakistans immer mehr von radikalen islamistischen Gruppen beeinflusst wird.

Das Buch „Pakistan – Christen im Land der Taliban” kann online in unserem Bestelldienst oder unter nachstehender Adresse unentgeltlich bestellt werden:

KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888-0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

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