TSCHECHISCHE REPUBLIK

Ausbildung von Seminaristen

Seminaristen aus Prag bei einem Gottesdienst.

Seminaristen aus Prag bei einem Gottesdienst.

Tschechien ist das am stärksten atheistisch geprägte Land Europas. Nirgendwo sonst gehören so wenige Menschen einer Religionsgemeinschaft an. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 bezeichnet sich 34 Prozent der zehn Millionen Einwohner als konfessionslos, weitere 44 Prozent machten keine Angaben.

Mit einem Anteil von nur 10,4 Prozent bilden Katholiken dennoch die größte Religionsgemeinschaft. Die übrigen 11,6 Prozent verteilen sich auf Protestanten und verschiedene andere Religionsgemeinschaften. Zum Vergleich: 1950 waren auf dem Territorium der heutigen Tschechischen Republik (damals Teil der Tschechoslowakei) noch drei Viertel der Bevölkerung katholisch.

Als Papst Benedikt XVI. im September 2009 das Land besuchte, sagte ein Kirchenvertreter in einem Interview, die katholische Kirche sei dort kein „Weinberg“ mehr, sondern ein „Steinbruch“.

Gruppenfoto der angehenden Priester im Seminar in Prag.

Gruppenfoto der angehenden Priester im Seminar in Prag.

Dennoch finden sich junge Männer, die sich von Gott berufen fühlen, in diesem „Steinbruch“ zu arbeiten. Das Erzbischöfliche Priesterseminar in Prag ist eines der beiden Priesterseminare des Landes. Das 1635 gegründete Seminar wurde 1953 nach Leitmeritz (Litomerice) verlegt, weil die Kommunisten nicht wollten, dass die Seminaristen Kontakt zu den anderen Studenten der Prager Hochschulen hätten.

Das Seminargebäude in Prag wurde zum Sitz einer kommunistischen Propagandazeitschrift. 1990 kehrte der Seminarbetrieb nach Prag zurück.

Zurzeit bereiten sich am Priesterseminar in Prag 33 junge Männer aus fünf Diözesen darauf vor, eines Tages zum Priester geweiht zu werden. Der Rektor, der aus Polen stammende Monsignore Artur Matuszek, hat uns um Hilfe für die Ausbildung der zukünftigen Priester gebeten. Wir haben 16.500 Euro versprochen, damit die 33 Seminaristen auch im kommenden Jahr ihre Ausbildung fortsetzen können.

KIN / S. Stein