ARMENIEN

Mess-Stipendien für Priester

Altar in einer armenisch-katholischen Kirche.

Altar in einer armenisch-katholischen Kirche.

Die Armenier sind stolz darauf, dass in ihrem Land das Christentum bereits im Jahr 301 zur Staatsreligion erklärt wurde. Es war der erste christliche Staat der Welt. Fast 95 Prozent der Einwohner gehören der armenisch-apostolischen Kirche an, die wie die koptische Kirche zu den altorientalischen Kirchen zählt.

Es gibt aber auch die armenisch-katholische Kirche, die ihre Gottesdienste ebenfalls nach dem armenischen Ritus feiert, aber dem Papst untersteht. 1991 wurde eine Eparchie (= Diözese) der armenisch-katholischen Kirche gegründet, die die Gläubigen in Armenien, Georgien und in Osteuropa betreut.

Nach Angaben des päpstlichen Jahrbuches leben auf dem Gebiet 420 000 armenisch-katholische Gläubige. In Armenien selbst gibt es 48 katholische Pfarreien, in Georgien sind es fünf, in Russland vier.

Kommunionkinder aus Armenien.

Kommunionkinder aus Armenien.

Erzbischof Raphael Minassian berichtet, dass er und seine Priester vor großen Herausforderungen stehen: „Die Menschen brauchen jetzt nach der Sowjetzeit die ständige Anwesenheit der Priester, die ihnen das Wort Gottes in ihren Alltag bringen.

Sie müssen zuhören, sprechen, Fragen stellen, Antworten erhalten und verstehen, was es bedeutet, den Glauben zu leben. Auf dem Territorium gibt es viele Sekten, die die schlechte wirtschaftliche und soziale Lage ausnutzen, um die Menschen in die Irre zu führen.“

Doch die katholische Kirche hat kaum Mittel, um die Seelsorge für die Gläubigen, die über große Gebiete verstreut leben, zu gewährleisten. Daher hat uns der Erzbischof um Mess-Stipendien gebeten, um seinen Priestern zumindest etwas geben zu können.

Blick auf das Dorf Ladjik in Armenien.

Blick auf das Dorf Ladjik in Armenien.

Wie in vielen anderen Ländern sind Mess-Stipendien auch hier das einzige Einkommen, das Priester haben. Eine heilige Messe in einem bestimmten Anliegen oder für die Seele eines Verstorbenen feiern zu lassen, hat bereits eine lange Tradition in der Kirche.

Die Gabe, die die Gläubigen dem Priester dafür geben, ist keine „Bezahlung“, sondern eine Geste der Liebe und der Dankbarkeit gegenüber demjenigen, der durch die Wandlungsworte das Opfer Jesu Christi auf dem Altar neu vollzieht. Aber für viele Priester der Welt ist diese kleine Gabe überlebenswichtig.

In seinem Brief schrieb Erzbischof Minassian: „Wenn wir jetzt keine Hilfe von Ihnen erhalten, riskieren wir unsere Mission in diesen Ländern.“ Wir geben 1080 Mess-Intentionen unserer Wohltäter an ihn weiter, damit er jedem seiner 18 Priester helfen kann.

8.Jan 2014 15:04 · aktualisiert: 8.Jan 2014 15:11
KIN / S. Stein