UKRAINE

Ausbildung von Priesterseminaristen

In der Mensa des Priesterseminars in Ternopil.

In der Mensa des Priesterseminars in Ternopil.

1946 wurde die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine von den sowjetischen Kommunisten aufgelöst. Die Gläubigen wurden blutig verfolgt. Über 40 Jahre lang konnte das kirchliche Leben lediglich im Untergrund stattfinden. Seit 1990 kann die mit Rom unierte griechisch-katholische Kirche wieder öffentlich tätig sein.

Das Priesterseminar von Ternopil nahm 1993 seinen Lehrbetrieb offiziell wieder auf. Dank der finanziellen Unterstützung, die unter anderem KIRCHE IN NOT leistete, konnte das Seminar aufgebaut werden.

Es trägt den Namen des großen Bekennerkardinals Josyf Slipyj, der unter den Kommunisten 18 Jahre Haft erdulden musste und 1984 im Exil starb. Er war ein Freund Pater Werenfrieds, der die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine in der Zeit der Verfolgung nach Möglichkeit unterstützt hatte.

Heute studieren in dem Seminar von Ternopil 143 Seminaristen, die nicht nur aus der Diözese stammen, in der sich das Seminar befindet, sondern ebenso aus anderen Diözesen, die kein eigenes Seminar haben. Die jungen Männer erhalten eine sehr gute akademische Ausbildung, aber den Verantwortlichen ist es bewusst, dass das Studium alleine noch nicht notwendigerweise gute Priester hervorbringt.

Studenten versammeln sich zum Gebet in der Kapelle des Priesterseminars in Ternopil.

Studenten versammeln sich zum Gebet in der Kapelle des Priesterseminars in Ternopil.

Durch Praktika werden die Seminaristen mit den Aufgaben in der Seelsorge vertraut gemacht. So lernen die jungen Männer das Leben und die Probleme der Menschen direkt kennen. Vor allem kümmern sie sich um Kinder und Jugendliche, denen sie im gemeinsamen Spiel und Gebet Jesus nahebringen. Sie organisieren Ferienlager und werden in Pfarrgemeinden in der Katechese eingesetzt.

Auf diese Weise sammeln die jungen Männer nicht nur praktische Erfahrungen im Apostolat und im Umgang mit den Menschen, sondern ihr Einsatz ist auch eine Notwendigkeit, da in manchen Regionen, wo die Kirche erst in den Anfängen ist, die wenigen Priester dermaßen beansprucht sind, dass ihnen die Zeit für die eingehende Betreuung aller Gruppen von Gläubigen fehlt. So dienen die Seminaristen den Gläubigen bereits heute dort, wo sie eines Tages nach Abschluss ihrer Ausbildung als Seelsorger dringend gebraucht werden.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Ausbildung jedes Jahr mit 500 Euro pro Seminarist.

KIN / S. Stein