BRASILIEN

Ausbildungshilfe für Seminaristen

Priesterweihe in Diamantina.

Priesterweihe in Diamantina.

Der Name der Stadt Diamantina im Bundesstaat Minas Gerais ist kein Zufall: Hier wurden im 17. Jahrhundert zum ersten Mal außerhalb Asiens Diamanten gefunden. Reich geworden sind dadurch, wie überall in der Welt, nur einige wenige Glückliche.

Manche Männer versuchen jedoch noch immer, mit dem Schürfen nach Diamanten den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen. Zwar sind sie keine Sklaven mehr, wie es ihre Vorfahren waren, aber die harte Arbeit bringt ihnen kaum etwas ein. Den Profit machen andere, auch wenn Diamanten in der Region ohnehin selten geworden sind.

Um dem Boden einige der ersehnten Steine abzugewinnen, leben die Männer monatelang in Camps in den Bergen, während die Frauen und ihre meist zahlreichen Kinder in bitterer Not zurückbleiben. Es kommt zu zerrütteten Familien, viele Kinder verwahrlosen. Sonst gibt es wenige Arbeitsmöglichkeiten. Vom Tourismus profitieren nur wenige Einwohner.

Andere versuchen es mit der Herstellung von Kunsthandwerk, aber die Produkte verkaufen sich nur schlecht. Für die Landwirtschaft ist der Boden, der sehr felsig ist, kaum geeignet, und Industrie hat sich bis heute nicht in einem nennenswerten Ausmaß angesiedelt.

In der Bibliothek des Priesterseminars in Diamantina.

In der Bibliothek des Priesterseminars in Diamantina.

Die Stadt Diamantina ist auch der Sitz der gleichnamigen Erzdiözese. Der Erzbischof, Monsignore João Bosco Oliver de Faria, versteht, dass die wahren Diamanten die Seelen der Menschen sind, die ihm anvertraut sind. Er weiß, dass gute Priester notwendig sind, um den Armen dabei zu helfen, ein Leben in Würde zu führen. Denn, wie es Jesus Christus im Evangelium sagt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“.

In der Erzdiözese, die etwa so groß wie Niedersachsen ist, gibt es nur 61 Priester für rund 500 000 Einwohner. Hoffnung für die Zukunft bereiten die Berufungen: Zurzeit bereiten sich im Großseminar von Diamantina 41 junge Männer darauf vor, eines Tages als Priester an den Altar des Herrn zu treten.

Aber das Seminar ist so arm wie die Menschen in der Region. Die Seminaristen können nicht für ihre Ausbildung aufkommen. Sie machen sich dafür im Seminar nützlich, indem sie putzen, bei Tisch bedienen und andere Hausarbeiten übernehmen. Sie tun es gern und mit Freude, aber dies ist nur ein kleiner Beitrag zum Funktionieren des Seminars. Um die Ausbildung wirklich zu finanzieren, ist das Seminar auf unsere Hilfe angewiesen. Kirche in Not hilft ihnen mit 18.790 Euro.

3.Feb 2014 12:15 · aktualisiert: 3.Feb 2014 12:19
KIN / S. Stein