LIBANON

Ausbildungshilfe für Seminaristen

Seminaristen in Baalbek.

Seminaristen in Baalbek.

Der Libanon gilt als Säule des Christentums im Nahen Osten. Noch vor wenigen Jahren war er das einzige Land in der Region, in dem Christen die Mehrheit bildeten. Heute hingegen sind nur noch knapp 38 Prozent der Bevölkerung christlich.

Obwohl es immer weniger Christen gibt, haben die zahlreichen Seminare und theologischen Hochschulen des Landes große Bedeutung über die Landesgrenzen hinaus: Sie bilden den Priesternachwuchs für fast gesamten Nahen Osten aus, vor allem in den Ländern, die aufgrund staatlicher Repressionen nicht die Möglichkeit haben, ihre Priester selbst auszubilden.

Vor einigen Jahren erklärte der Rektor eines libanesischen Priesterseminars: „Die Kirche im Libanon benötigt Hilfe, sie hilft im Gegenzug aber auch anderen. Vom missionarischen und geistlichen Standpunkt aus gesehen, erhalten wir, die libanesische Kirche, Hilfe von Außenstehenden, doch all das verstärkt nur unseren Geist der Offenheit.

Wir handeln, wie Jesus uns gelehrt hat: ‚Wenn ihr aus freien Stücken bekommt, gebt auch aus freien Stücken. Heute werden unsere jungen Leute immer sensibler, was die missionarische Offenheit anbetrifft und sind mehr und mehr bereit, die Kirche nicht nur im Libanon, sondern auch außerhalb, in den Ländern der Emigration und der Mission, zu dienen.’”

Seminaristen beim Studium in der Bibliothek.

Seminaristen beim Studium in der Bibliothek.

Aus der Diözese Baalbek bereiten sich zurzeit fünf junge Männer an verschiedenen Seminaren des Landes auf die Priesterweihe vor. Die Lage in dem Bistum, das so groß wie das Saarland ist und in dem große Armut herrscht, ist besonders dramatisch. Christen machen hier nicht einmal mehr fünf Prozent der Bevölkerung aus.

Die Nähe zu Syrien macht die Lage unsicher. Die Menschen in Baalbek haben Angst. Wer kann, verlässt das Land und sucht sein Glück im Ausland. Viele gehen zumindest nach Beirut. Nur eine starke Kirche, die in der Lage ist ihre Gläubigen spirituell, pastoral, sozial und ökonomisch zu unterstützen, kann die Massenabwanderung aufhalten. Gut ausgebildeten jungen Priestern kommt hier eine Schlüsselrolle zu.

Bischof Simon Attalah liegen die angehenden Priester seiner Diözese besonders am Herzen. Er ist äußerst zufrieden mit den Rückmeldungen, die er von den Seminaren und Universitäten, an denen die jungen Männer sich auf ihren priesterlichen Dienst vorbereiten, erhält. Kirche in Not hat versprochen, seine angehenden Priester auch in diesem Jahr mit 9.000 Euro zu unterstützen.

KIN / S. Stein