PAKISTAN

Jugendkatechese in der Erzdiözese Lahore

Betende Frau in Pakistan.

Betende Frau in Pakistan.

Weit mehr als die Hälfte der rund 190 Millionen Einwohner Pakistans ist noch keine 25 Jahre alt, ein Drittel sind jünger als 15 Jahre. Dieser niedrige Altersdurchschnitt gilt auch für die christliche Bevölkerungsminderheit. Die christlichen Jugendlichen stehen in dem Land, das zu mehr als 96 Prozent muslimisch ist, vor vielen Herausforderungen.

Christliche Jugendliche haben nur selten die Möglichkeit, sozial aufzusteigen. In den öffentlichen Schulen werden sie oft diskriminiert. Eine Studie der United States Commission on International Religious Freedom kommt zu dem Ergebnis, dass nur 60 Prozent der Lehrer an öffentlichen Schulen meinen, Angehörige religiöser Minderheiten seien ebenfalls pakistanische Bürger. Von denen, die sie immerhin als Staatsbürger betrachten, sehen sie viele nicht als gleichwertig mit muslimischen Pakistanern an.

Dies bedeutet, dass christliche Schüler in der Regel wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden und sich auch so fühlen. Dazu kommt, dass vom Kindergarten bis zum Ende der Schullaufbahn in allen Fächern nur der Islam unterrichtet wird, wie viele Kirchenvertreter beklagen. Es wird so dargestellt, als sei das Land nur für Muslime bestimmt.

Christliche Schülerinnen aus Pakistan.

Christliche Schülerinnen aus Pakistan.

Sogar in nichtreligiösen Unterrichtsfächern spielt der Islam eine große Rolle. So gibt es Aufsatzthemen wie beispielsweise: „Schreibe deinem Freund einen Brief und lade ihn ein, zum Islam überzutreten“. Sogar in den Mathematik- und Chemieunterricht fließt immer wieder der Islam ein. Im Geschichtsunterricht werden die Verdienste von Nicht-Muslimen für Pakistan nicht erwähnt. Außerdem äußern sich Schulbücher oft abfällig über Nicht-Muslime.

Die Kirche hat bereits an die Regierung appelliert, die Schulbücher zu überarbeiten. Kleine Verbesserungen gibt es bereits, aber viel muss noch getan werden. Zudem werden christliche Schüler oft unter Druck gesetzt, zum Islam zu konvertieren.

Umso wichtiger ist es, dass die christlichen Jugendlichen lernen, auf ihren Glauben stolz zu sein, und ihn vertiefen. Die Erzdiözese Lahore veranstaltet daher bereits seit 1988 spezielle Weiterbildungsprogramme für ältere Jugendliche, die den Sonntagsschulen bereits entwachsen sind. Im Rahmen dieser Programme geht es beispielsweise um die Heilige Schrift und die Sakramente.

Kinder vor einer Mariengrotte in Pakistan.

Kinder vor einer Mariengrotte in Pakistan.

Es werden aber auch christliche Persönlichkeiten vorgestellt, die in der Geschichte des Landes eine Rolle gespielt haben, weil solche Themen im offiziellen Geschichtsunterricht der öffentlichen Schulen nicht vorkommen. Das Programm zeigt gute Früchte, denn manche der ehemaligen Teilnehmer sind inzwischen sogar Priester oder Ordensfrauen geworden oder sind als Laien in der Kirche sehr aktiv.

„Die Jugend ist unsere Hoffnung und unsere Zukunft“, schreibt der Kapuzinerpater Shahzad Khokher, der in Lahore für die Jugendseelsorge verantwortlich ist. KIRCHE IN NOT hilft in diesem Jahr mit 10.000 Euro.

Schlagworte:
Jugendliche · Katechese · Lahore · Pakistan · Schule
KIN / S. Stein