MALAWI

Messbuch in der Sprache Tumbuka

Kinder aus dem Bistum Karonga.

Kinder aus dem Bistum Karonga.

Rund 80 Prozent der 14 Millionen Einwohner Malawis sind Christen, ein Viertel der Bevölkerung ist katholisch.

Im Land werden zwar viele verschiedene Sprachen gesprochen, für die katholische Kirche sind jedoch vor allem zwei Sprachen von Bedeutung: Chichewa, das in sechs Diözesen in der Liturgie verwendet wird, und Tumbuka, das in zwei Diözesen in Malawi und im Nordteil der Diözese Chipata im angrenzenden Sambia verwendet wird.

In der Diözese Karonga wurde nun damit begonnen, das Messbuch in die Sprache Tumbuka zu übersetzen, damit es in diesen Diözesen zum Einsatz kommen kann.

Bischof Martin Anwel Mtumbuka schreibt: „Da die heilige Messe das Herz und die Seele der Kirche ist, braucht man nicht zu erklären, warum dieses Projekt für diese drei Diözesen so wichtig ist.“

Die Kirche hat hier alle Hände voll zu tun. In der Diözese Karonga betreuen nur 14 Priester die rund 65 000 Katholiken. Sie müssen in einem bergigen Gebiet riesige Entfernungen zurücklegen, um die Gläubigen zu erreichen. Es versteht sich von selbst, dass die seelsorgliche Betreuung auf diese Weise nicht intensiv genug sein kann.

Bischof Martin Anwel Mtumbuka (links) mit Msgr. Denis Chitete.

Bischof Martin Anwel Mtumbuka (links) mit Msgr. Denis Chitete.

Traditionelle Praktiken und der Glaube an Hexerei sind auch unter Katholiken weit verbreitet. Zudem breiten sich Pfingstkirchen aus. Hier ist es wichtig, den katholischen Glauben in den Getauften zu stärken.

„Dieses Projekt soll dabei helfen, das Verständnis für die Liturgie zu fördern“, sagt der Priester Joseph Sikwese, der für die Herausgabe des Messbuches verantwortlich ist. „Manche Gläubige gehen nach der Messe noch zu den Pflingstlern“, beklagt er.

Wenn das Missale erscheint, soll damit auch ein Weiterbildungsprogramm einhergehen, durch das Priester, Ministranten, Kirchenchöre und Katecheten ihr liturgisches Wissen und ihr Verständnis für die Liturgie vertiefen und erweitern sollen. KIRCHE IN NOT hilft mit 8.000 Euro.

KIN / S. Stein