BOSNIEN-HERZEGOWINA

Bau des Jugendzentrums „Johannes Paul II.”

Jugendliche aus Sarajewo freuen sich auf ihr neues Jugendzentrum.

Jugendliche aus Sarajewo freuen sich auf ihr neues Jugendzentrum.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens wütete in Bosnien und Herzegowina zwischen 1992 und 1995 ein Krieg. Die traurige Bilanz: Eine Viertel Million Menschen verloren ihr Leben, zwei Millionen Menschen wurden infolge der Umverteilung der Republik vertrieben.

Zahlreiche Kirchen, Klöster, Pfarrhäuser und andere kirchliche Gebäude wurden zerstört. Die Wunden des Krieges sind auch 19 Jahre nach dem Ende des Krieges noch spürbar.

Trotz Alter und Krankheit reiste Papst Johannes Paul II. im Juni 2003 nach Bosnien-Herzegowina. In seiner Predigt sagte er: „Euch, geliebte Söhne und Töchter dieser pilgernden Kirche in Bosnien und Herzegowina, schließe ich in meine Arme, um euch zu sagen, dass ihr einen wichtigen Platz im Herzen des Papstes einnehmt. Er trägt ständig das Leiden vor den Herrn, das euren Weg noch beschwert, und er teilt mit euch voll Hoffnung das Warten auf bessere Tage.“

Er bete darum, dass Gott „allen den Wunsch nach gegenseitiger Vergebung einflößen [möge]. Nur in einer Atmosphäre wahrer Versöhnung werden das Gedenken an so viele unschuldige Opfer und ihr Tod nicht umsonst gewesen sein; sie werden uns ermutigen, neue Beziehungen der Brüderlichkeit und des Verständnisses aufzubauen.“

Gruppenfoto vor dem Jugendzentrum in Sarajewo.

Gruppenfoto vor dem Jugendzentrum in Sarajewo.

In der Hauptstadt Sarajewo entsteht ein Jugendpastoralzentrum, das den Namen des Papstes trägt. Die erste Bauphase ist bereits abgeschlossen. In dem Zentrum sollen Jugendliche aus ganz Bosnien-Herzegowina als Gruppen oder Einzelpersonen an pastoralen Treffen, Schulungen und Freizeiten teilnehmen können. Das Haus wird über Übernachtungsmöglichkeiten verfügen, damit auch Programme angeboten werden können, die sich über mehrere Tage erstrecken.

Das Motto lautet: „Begegnung – Versöhnung – gemeinsam Frieden und Zukunft gestalten“. Rektor Simo Marsic erklärt: „Bosnische Jugendliche suchen nach Vorbildern und Zukunftsperspektiven. Sie sehnen sich nach Werten und Verständigung zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Katholiken, Orthodoxe und Muslime müssen lernen, gemeinsam die Zukunft zu gestalten.“

Bauarbeiten im Jugendzentrum von Sarajewo.

Bauarbeiten im Jugendzentrum von Sarajewo.

Der Rektor erklärt: „Der Leitgedanke bei der Wahl des Namens war, dass Papst Johannes Paul II. Brücken zu Menschen der verschiedenen Abstammungen und Überzeugungen gebaut hat. Dieses Brückenbauen ist bezeichnend für die Situation in Bosnien und Herzegowina, auf dem Balkan insgesamt und in Europa. Papst Johannes Paul II. betrachtete die Jugend als ‚Träger der Zukunft’.

So vertraute er ihr 2000 beim Weltjugendtag in Rom die Verantwortung für die Zukunft unseres Landes an, ebenso wie bei seinem Besuch in Banja Luka 2003. Wir nehmen diese Worte auf als eine Mission für die Arbeit unseres Jugendzentrums.“

Kirche in Not hilft mit 200.000 Euro.

1.Apr 2014 09:12 · aktualisiert: 28.Mai 2014 14:28
KIN / S. Stein