LIBANON

Familienhilfe-Zentrum „Johannes Paul II.”

Kinderchor bei einem Auftritt im Familienhilfezentrum.

Kinderchor bei einem Auftritt im Familienhilfezentrum.

Der Libanon wird bereits in der Bibel erwähnt. Schon König Salomon besang seine berühmten Zedern (vgl. 1 Könige 5,13). Jesus selbst betrat den Boden des heutigen Libanon, und hier entstanden auch schon früh christliche Gemeinden.

Der Libanon ist aber, wie die meisten Länder der Bibel, auch ein Land, das viel gelitten hat. Immer wieder wurde es im Laufe seiner Geschichte Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen.

Vor allem die jüngere Vergangenheit ist von Blut durchtränkt. Der Bürgerkrieg zwischen 1975 und 1990 forderte 150 000 Menschenleben, 350 000 Menschen wurden verletzt, mehrere Hunderttausend Menschen flohen ins Ausland.

Seit 2011 wird die Lage durch den Krieg im Nachbarland Syrien immer schwieriger. Die Gewalt schwappt über, es kommt zu Gewalt und Terrorakten, und mancherorts haben die Menschen Angst vor Entführungen und anderen Übergriffen.

Zudem gibt es große soziale Probleme, denn das kleine Land, das selbst nur vier Millionen Einwohner hat, hat inzwischen mindestens eine Million syrische Flüchtlinge aufgenommen. Die wirtschaftliche, soziale und politische Situation sowie die Sicherheitslage wird immer schlechter, viele Menschen versuchen weiterhin, das Land zu verlassen.

Gottesdienst im Familienhilfezentrum.

Gottesdienst im Familienhilfezentrum.

Als Papst Johannes Paul II. im Mai 1997 in den Libanon reiste, lobte er besonders die Rolle der Frauen und Mütter als „Friedenserzieherinnen“ und als „unermüdliche Dialogpartnerinnen zwischen verschiedenen Gruppen und zwischen den Generationen“.

In seiner Predigt sagte er: „Geist Gottes, gieße dein Licht und deine Liebe in die Herzen der Menschen, um Versöhnung zwischen Einzelpersonen, in den Familien, zwischen Nachbarn, in den Städten und Dörfern und in den Institutionen der Zivilgesellschaft zu erlangen!“

Das Familienhilfe-Zentrum, das den Namen des großen Papstes trägt, wurde im Jahr 2000 in der maronitischen Diözese Jounieh gegründet. Ins Leben gerufen wurde es von einer libanesischen marianischen Bewegung, die 1988 entstand, weil die Gründerin, die Not von Familien und Frauen sah.

Es war eine Antwort auf die „großen Probleme in unserer Gesellschaft, die innerfamiliären Probleme, die kulturellen Herausforderungen, wirtschaftlichen, medizinischen und schulischen Schwierigkeiten, die sich nach dem Krieg ergaben; auf den dramatischen Anstieg der sich trennenden Paare.“

Hoher Besuch im Familienhilfezentrum: Apostolischer Nuntius Gabriele Caccia (Bildmitte).

Hoher Besuch im Familienhilfezentrum: Apostolischer Nuntius Gabriele Caccia (Bildmitte).

Innerhalb kürzester Zeit fand die Initiative Beachtung. Heute gibt es mehrere Beratungszentren im ganzen Land, die Familien mit Therapie, Seelsorge und materieller Unterstützung helfen, ihre individuellen Nöte zu lindern.

Das Familienhilfezentrum „Johannes Paul II.” hat mittlerweile mehrere Niederlassungen im Libanon. Jedes Jahr nehmen rund 300 Familien und 70 Einzelpersonen die Begleitung der ausgebildeten Sozialassistenten und der zahlreichen freiwilligen Frauen in Anspruch.

An den diversen Aktivitäten der Zentren nehmen rund 500 Kinder und Jugendliche teil. Das Personal bekommt eine hochwertige Ausbildung an den internationalen Zentren Johannes Paul II. die auf der ganzen Welt verteilt sind und ihren Teilnehmern eine Ausbildung auf Universitätsniveau anbieten.

Kardinal Robert Sarah, der Präsident des Päpstlichen Rates „Cor Unum“, hat uns bereits in den Vorjahren ans Herz gelegt, die Arbeit des Zentrums zu unterstützen: „Angesichts des Besuchs des Heiligen Vaters Benedikts XVI. im Libanon und als Zeichen seiner Fürsorge und Achtsamkeit gegenüber der libanesischen Bevölkerung, die jahrelang unter dem Krieg gelitten hat … wären wir dankbar, wenn KIRCHE IN NOT dieses Projekt finanziell unterstützt“, schrieb er uns 2012 in seinem Brief.

Dieses Jahr unterstützt KIRCHE IN NOT die Arbeit des Zentrums „Johannes Paul II.“ mit 25.000 Euro.

KIN / S. Stein