TANSANIA

Mess-Stipendien für 18 Priester

Gebet am Kreuz bei den Feierlichkeiten im Januar 2014.

Gebet am Kreuz bei den Feierlichkeiten im Januar 2014.

Sansibar besteht aus den beiden Inseln Unguja und Pemba, die seit 1964 zu Tansania gehören. Im Januar 2014 feierte die gleichnamige Diözese hier das 150. Jubiläum des katholischen Glaubens, der von Spiritanerpatres dorthin gebracht wurde.

Heute leben auf Unguja und Pemba nach Angaben des Päpstlichen Jahrbuchs 13 600 Katholiken, was rund einem Prozent der Bevölkerung entspricht.

Eigentlich haben die Christen mit der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung stets friedlich zusammengelebt. Als die ersten Missionare die Inseln erreichten, wurden sie von Sultan Sayyeid Majid bin Said willkommen geheißen: „Seid willkommen! Mein Haus ist euer Haus, mein Volk ist euer Volk. Ich bin euer Bruder!“ Viele Muslime wissen es bis heute zu schätzen, dass die karitativen Initiativen der Kirche auch ihnen offenstehen.

In der letzten Zeit mehren sich jedoch Probleme mit extremistischen Gruppen. Bischof Augustine Shao, selbst Spiritaner wie die ersten Missionare, macht sich Sorgen um seine Priester, denn am 13. September 2013 wurde einer von ihnen mit Säure übergossen und angezündet. Der Priester überlebte, aber sein Gesicht, seine Brust und seine Arme sind stark verbrannt.

Das Jubiläum des 150. Jahrestages der Ankunft der ersten Missionare wurde groß gefeiert.

Das Jubiläum des 150. Jahrestages der Ankunft der ersten Missionare wurde im Januar 2014 gefeiert.

Es war nicht der erste Angriff dieser Art, sondern bereits der vierte. Bischof Shao sagt: „Dieser vierte Vorfall hat tatsächlich Angst ausgelöst – bei mir, den Priestern, den Ordensleuten und den Gemeindemitgliedern. Wir leben, als wären wir gesuchte Verbrecher. Es ist traurig genug, dass keiner der Angreifer von der Polizei festgenommen wurde, abgesehen davon, dass dieser kriminelle Akt bei Tag auf einem Marktplatz geschah!“

Blick auf die Kathedrale von Sansibar.

Blick auf die Kathedrale von Sansibar.

Die Erfahrung von Gewalt hat die Menschen aber auch in ihrem Glauben gestärkt. Viele entscheiden sich bewusster für ein Leben im Sinne der Frohen Botschaft und empfangen die Sakramente mit größerer Hingabe.

Dieses Jahr ist als Jubiläumsjahr der Kirche in Sansibar eine besondere Gelegenheit, den Glauben zu stärken und zu feiern. So haben die Priester in den neun Pfarreien der Diözese viel zu tun. Zudem bemühen sie sich, auf allen Ebenen zu einem harmonischen Zusammenleben von Christen und Muslimen beizutragen.

Der Bischof von Sansibar möchte seine Priester unterstützen. Alles, was ihnen von den Gläubigen für ihren Dienst gegeben wird, teilen die Priester brüderlich untereinander, aber sie können kaum davon leben. Daher hat Bischof Shao um Mess-Stipendien für seine achtzehn Priester gebeten. Wir geben ihnen in diesem Jahr 5.454 Euro für 1000 Mess-Intentionen unserer Wohltäter weiter.

KIN / S. Stein