ECUADOR

Räume für Katechese

Prozession mit einer Staatue von Maria von Guadalupe in Ahuano.

Prozession mit einer Staatue von Maria von Guadalupe in Ahuano.

Pater Walter J. Coronel führt ein abenteuerliches Leben. Seine Gemeinde „Unsere Frau von Guadalupe“ in Ahuano kann er nur mit einem Kanu erreichen, denn das Dorf liegt mitten im Regenwald und ist durch einen Fluss vom Rest der Welt abgeschnitten. Eine Brücke gibt es nicht.

Die nächstgrößere Stadt Tena ist zwar „nur“ 58 Kilometer entfernt, dennoch laufen die Bewohner Ahuanos bis zu acht Stunden, je nach Witterungsverhältnissen auch länger. In dieser Amazonas-Region sind die Regenfälle konstant. Manchmal steigen die Flüsse so stark an, dass eine Überquerung unmöglich wird.

Ahuano hat 12 000 Einwohner, der Großteil lebt in einfachen kleinen Hütten. „Etwa 65 Prozent gehören indigenen Völkern an”, erzählt Pfarrer Walter. Die meisten seien Mitglieder der Amazonien-Quichuas. Viele einheimischen Kinder und Jugendliche im Schulalter könnten kein Spanisch sprechen, sondern ausschließlich Quechua. Etwa 40 Prozent dieser Kinder besuchen gar keine Schule, weil sie ihren Eltern bei der Feldarbeit helfen.

Kinder in Ecuador wachsen in einem armen Umfeld auf. Das südamerikanische Land durchlebt seit dem Zusammenbruch zahlreicher Banken Ende der 1990er-Jahre eine tiefe Wirtschafts- und Finanzkrise. Aufgrund der wirtschaftlichen Not verlassen seit Jahren hunderttausende Ecuadorianer ihre Heimat, um im Ausland nach Arbeit zu suchen. Gerade die ländlichen Indiostämme sind von großer Armut betroffen. Vor allem ihnen gilt die Fürsorge der katholischen Kirche.

In der Stadt Ahuano gibt es eine Prozession mit einer Statue von Maria von Guadalupe, die auch  über den Fluss führt.

In der Stadt Ahuano gibt es eine Prozession mit einer Statue von Maria von Guadalupe, die auch über den Fluss führt.

Die Gemeinde ist eine junge und sehr lebendige Gemeinschaft. Es gibt 845 Kinder und Jugendliche, die regelmäßig zu den Katechesen kommen. Insgesamt 123 Katecheten und zwei Schwestern der Gemeinschaft „Missionarische Familien“ bereiten diese Katechesen vor.

Sie dienen nicht nur der religiösen Unterweisung, sondern sind vielmehr eine Schule des Lebens, in der den Heranwachsenden christliche Werte wie Solidarität, Gemeinschaft und Wertschätzung gegenüber der Schöpfung vermittelt werden. „Für diese Kinder und Jugendlichen ist die Katechese nicht nur eine Gelegenheit, mehr über Jesus zu lernen. Sie bekommen auch gesundheitliche Ratschläge“, so Pater Walter.

Die Stadt Ahuano liegt mitten im Regenwald von Ecuador.

Die Stadt Ahuano liegt mitten im Regenwald von Ecuador.

Weil es keinen geeigneten Unterrichtsraum in der Gemeinde gab, haben die Katecheten und die Eltern mit vereinten Kräften eine Hütte aus Bambus errichtet, die allerdings nur als Provisorium dient und wenig stabil ist.

Pater Walter J. Coronel möchte der Gemeinde nun ein Haus aus Stahlbeton, Ziegeln und Metall ermöglichen und bittet KIRCHE IN NOT um Unterstützung, „damit die Kinder und Jugendlichen dieser isolierten Bevölkerung eine Glaubens- und Werteerziehung bekommen.“

Insgesamt sollen fünf Räume entstehen, jeder etwa 64 Quadratmeter groß. „Diese Räume werden den Kindern und Jugendlichen helfen, geistlich und menschlich zu wachsen“, so der Pfarrer. Der Gemeinde selbst stehen keine Mittel zur Verfügung. Doch die Gläubigen werden mithelfen, wo sie können. Selbst die Kinder und Jugendlichen versicherten dem Priester, dass sie dafür sorgen werden, die Räume stets sauber zu halten.

KIRCHE IN NOT möchte den Bau mit 42.740 Euro ermöglichen. „Danke im Namen der Gläubigen unserer Pfarrei. Wir beten und feiern die heilige Messe in den Intentionen der Wohltäter von KIRCHE IN NOT“, bedankt sich Pfarrer Walter schon jetzt für jede Spende.

KIN / S. Stein