KASACHSTAN

Katholisch-orthodoxes Ferienlager

Bei einer Rast während eines Ferienlagers in Kasachstan.

Bei einer Rast während eines Ferienlagers in Kasachstan.

Kasachstan ist achtmal größer als Deutschland, auf dieser riesigen Fläche leben aber nur 15 Millionen Einwohner. Sein langjähriger Präsident Nursultan Nasarbajew sieht das Land „als führende Nation im ehemals sowjetischen Zentralasien“.

Dem Wüsten-, Steppen- und Gebirgsland zwischen Kaspischem Meer, Russland und China kommt beim Export zentralasiatischer Rohstoffvorräte eine Schlüsselrolle zu.

Kasachstan ist eines der rohstoffreichsten Länder der Erde und birgt reiche Bodenschätze an Steinkohle, Eisen und Kupfer. Um das Kaspische Meer liegen große Erdöl- und Gasfelder. Trotz dieses Reichtums ist die Armut der Bevölkerung groß.

Zudem bedrückt viele Menschen die blutige Vergangenheit zur Zeit von Stalins Deportationen. Ab 1941 gab es hier viele Straflager, unzählige Vertriebene unterschiedlicher Herkunft und etwa eine Million deutscher Kriegsgefangener. Das Elend dieser Menschen überstieg jede Vorstellung. Viele katholische Priester wirkten in dieser Zeit mutig im Untergrund. Zahlreiche von ihnen wurden jedoch Opfer von Gewalt.

Auch heute kämpft die katholische Kirche in Kasachstan mit vielerlei Schwierigkeiten: Drogenelend, Gewalt, verwahrloste Kinder und bittere Armut, die in krassem Gegensatz zum großen Reichtum an Bodenschätzen stehen. Dazu kommen extrem schwierige Verhältnisse wie riesige Distanzen und bittere Kälte bis Minus 45 Grad Celsius.

Jugendliche mit Pater Jozef Trela in einem Ferienlager in Kasachstan.

Jugendliche mit Pater Jozef Trela in einem Ferienlager in Kasachstan.

Viele Menschen suchen nach religiösem Halt in der Kirche. Das ist in Kasachstan zumeist die orthodoxe Kirche (etwa 44 Prozent; etwa zwei Prozent der Einwohner sind katholisch. Die pastoralen und sozialen Herausforderungen in einer zunehmend säkularen Welt sind für beide Kirchen dieselben.

Da Gemeinsamkeit immer Stärke ist, haben sich der aus Polen stammende Pfarrer Józef Trela, der seit 1997 in Kasachstan tätig ist, und der orthodoxe Priester Aleksandr Merinow zusammengetan.

Pater Trela betreut die katholische Gemeinde der heiligen Jungfrau Maria, Königin des Rosenkranzes in Semei, Vater Aleksandr die orthodoxe Heiliger-Elias-Gemeinde in Urdschar. Und beide möchten nun etwa 30 Jugendliche ihrer jeweiligen Gemeinde vom 3. bis 10. August in Urdschar zusammenbringen.

Trotz Reichtum an Bodenschätzen ist die Armut in Kasachstan weit verbreitet: Armenviertel in der Hauptstadt Astana (Foto: Magdalena Wolnik).

Ein Armenviertel in der kasachischen Hauptstadt Astana (Foto: Magdalena Wolnik).

Die Jugendlichen sollen sich kennenlernen, etwas über den Glauben des jeweils anderen erfahren, aber auch etwas über die Geschichte lernen. So wird in Urdschar der Neumärtyrer Vissarion verehrt, der für seinen Glauben gelitten hat. Thema wird auch die Mystik der Ostkirche sein, vor allem die „Bekanntschaft“ mit dem heiligen Serafim von Sarow.

Und immer wieder wird das Thema Ökumene selbst zum Gegenstand der Diskussion gemacht. Gemeinsame Gottesdienste und gemeinsames Gebet sollen die neuen Freundschaften stärken.

Sicher wird die Zusammenkunft fruchtbar, aber ohne unsere Hilfe kann die Durchführung nicht gesichert werden. Die Jugendlichen übernehmen – wo nötig, mit Hilfe ihrer Gemeinden – die Fahrtkosten, aber Lebensmittel und Materialkosten müssen noch finanziert werden.

Wir haben 1.500 Euro zugesagt und hoffen auf Ihre Mithilfe.

KIN / S. Stein