ARGENTINIEN

Ein Auto für die Seelsorge

Die Schwestern Unserer Lieben Frau der Barmherzigkeit arbeiten als Erzieherinnen.

Ordensschwester mit einem Kind in Argentinien.

Das Bistum San Roque de Presidencia Roque Sáenz Peña liegt in einem schlecht erschlossenen Gebiet Nordargentiniens, dem sogenannten Chaco, einer Region aus Trockenwäldern und Savannen. Die Diözese ist ungefähr so groß wie Bayern.

Hier leben die Nachkommen verschiedener Indianerstämme – seit Jahren im sozialen Abseits, in erbärmlichen Zuständen. Ihre Häuser bestehen oft nur aus einfachen Planen, die zwischen die Bäume gespannt werden. Zusammengebundene Holzstöcke bilden die Schlafunterlage. Ihre Kinder leiden an Unterernährung, viele sind bis auf die Knochen abgemagert, ihre Mahlzeit besteht aus im Wasser aufgeweichtem Mehl.

Bevor Mitte des 20. Jahrhunderts Missionare das Chaco betraten, lebten die Indianervölker nomadisch. Heute ernähren sie sich weiterhin als Jäger und Sammler. Sich ausbreitende Agrarkonzerne und Kleinbauern schränken ihre Lebensweise jedoch mehr und mehr ein. Die Rinder und Ziegen der Kleinbauern fressen den Wald kahl; die Agrarbetriebe roden, um Soja-Kulturen anzubauen.

Diese Bedrohung für die Indianervölker wird sich so schnell nicht ändern, denn in den letzten Jahren ist das Klima im Chaco feuchter geworden und der Boden fruchtbarer. Die Landrechte der Indianer allerdings sind bis heute ungeklärt. Die argentinische Regierung ratifizierte eine Übereinkunft, die den indigenen Völkern Schutz und das Recht auf ihr Land garantiert.

Besonders Kinder leiden unter der Armut in Argentinien.

Besonders Kinder leiden unter der Armut in Argentinien.

Diese Konvention wird jedoch von Provinzregierung und Agrarkonzernen missachtet. Bis auf Weiteres müssen die Indianer daher immer weiter laufen, um Feuerholz zu holen. Ihnen droht der Hungertod.

Seit Jahren unterstützt KIRCHE IN NOT die Arbeit von verschiedenen Schwesterngemeinschaften in dieser Region, die „wahrscheinlich die ärmste (Region) des Landes“, wie sie der Delegierte des Bischofs Marcelo Madero bezeichnet. 23 Pfarreien und etwa 300 kleinere Gemeinschaften mit eigenen kleinen Kapellen gehören zur Diözese, vielen fehlt es an einer ausreichenden Infrastruktur.

Für die 34 Priester der Diözese stellt die Arbeit der rund 85 aktiven Ordensschwestern eine unschätzbare Hilfe dar. Während eines Besuchs bei KIRCHE IN NOT betonte Bischof Hugo Nicolás Barbaro, wie unverzichtbar die Arbeit der Ordensfrauen sei.

„Einmal mehr möchte ich meine Dankbarkeit gegenüber KIRCHE IN NOT und seinen großzügigen Wohltätern für ihre unschätzbare Unterstützung unserer Arbeit in dieser Region danken“, sagte er. „Ich schließe Sie alle in meine Gebete ein und bitte Gott, dass Er Sie segnen möge.”

Schwestern aus Argentinien beim Teigkneten.

Schwestern aus Argentinien beim Teigkneten.

Da es in einigen Pfarreien keinen residierenden Priester gibt, erfüllen Ordensschwestern wichtige pastorale und sozial-karitative Aufgaben. Sie feiern Wortgottesdienste, halten Katechesen, organisieren die Vorbereitung auf die Sakramente, arbeiten als unentgeltliche Lehrerinnen und besuchen bedürftige Familien und alte und kranke Menschen in ihren schwer zugänglichen Dörfern. Außerdem besorgen sie Lebensmittel und Medikamente für sie. Kurz: Sie tun alles für die extrem armen Einheimischen in der Region.

Unter ihnen sind drei „Schwestern Unserer Lieben Frau der Barmherzigkeit“, die vor einem Jahr aus Kolumbien nach Cozuela gezogen sind. Sie arbeiten als Erzieherinnen und Katecheten und moderieren regelmäßig religiöses Programm im Lokalsender. Dafür müssen sie täglich mehrere Kilometer zurücklegen, denn ihre einzelnen Arbeitsstätten liegen im Umkreis von 70 Kilometern. Sie benötigen dringend ein Auto.

KIRCHE IN NOT möchte die Anschaffung eines geeigneten Fahrzeugs mit 6.000 Euro unterstützen.

KIN / S. Stein