TUNESIEN

Fahrzeug für Ordensschwestern

Eine Ordensschwester malt mit den Kindern.

Eine Ordensschwester malt mit den Kindern.

Die Kongregation der „Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau von Matarà” ist noch jung: Sie wurde erst 1988 in Argentinien gegründet, ihr gehören jedoch bereits über 1000 Schwestern an, die in 26 Ländern tätig sind.

Seit August 2005 sind sie auch in Tunesien präsent. Das nordafrikanische Land war bereits im Jahr 100 ein bedeutendes Zentrum des frühen Christentums.

Von dort stammen beispielsweise die beiden heiligen Märtyrerinnen Felizitas und Perpetua und der christliche Schriftsteller Tertullian. Von letzterem stammt der Satz: „Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.“

Heute ist Tunesien zu 99,5 Prozent muslimisch. Dennoch ist die Präsenz der Schwestern wertvoll und notwendig. Seit ihrer Ankunft haben sie drei Gemeinschaften dort gegründet. Eine ihrer Aufgaben besteht darin, Studentinnen zu betreuen, die aus Ländern südlich der Sahara stammen und nach Tunesien kommen, um dort zu studieren.

Für diese jungen Frauen ist es undenkbar, nach Hause zurückzukehren, ohne das Studium abgeschlossen zu haben, weil ihre Eltern große Opfer gebracht haben, um sie nach Tunesien an die Universität schicken zu können. Sie sind aber oft in dem fremden Land mit wesentlich größeren Problemen konfrontiert, als sie es sich vorgestellt hatten. Viele landen in der Prostitution.

Schwester und Kinder beim gemeinsamen Singen.

Schwester und Kinder beim gemeinsamen Singen.

„Bei uns finden sie nicht nur ein Dach über dem Kopf und eine warme Mahlzeit, sondern vor allem auch eine Familie, die sie aufnimmt und in den Schwierigkeiten des Alltags unterstützt“, schreibt Schwester Maria. Die Ordensfrauen besuchen zudem alte und einsame Menschen, leiten eine Grundschule und einen Kindergarten und helfen in der Kathedralpfarrei in Tunis, wo sie auch ein Gästehaus der Erzdiözese führen.

Bislang haben die Schwestern die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, um dorthin zu gelangen, wo sie gebraucht werden. Jedoch wird die Lage im Land seit der Revolution von 2010 immer unsicherer und schwerer, und das merkt man überall. Gerade in den Bussen und Bahnen nehmen Diebstähle und Übergriffe zu.

Die Schwestern haben Angst

Besonders Frauen können sich nicht sicher fühlen und werden immer häufiger Opfer von Belästigungen. Die Schwestern haben Angst. Soweit es die Entfernungen zulassen, gehen sie nun zu Fuß und verlassen das Haus nicht mehr allein, aber das ist auf die Dauer keine Lösung.

Daher haben sie um Hilfe für den Kauf eines Fahrzeuges gebeten. Wir möchten ihnen mit 11.400 Euro helfen, ein Auto zu kaufen, mit dem sie sich sicher fortbewegen und so ihrem Dienst an den Bedürftigen nachgehen können.

10.Sep 2014 11:37 · aktualisiert: 14.Apr 2015 13:11
KIN / S. Stein