Pater-Werenfried-Dorf

In Ankawa entsteht eine Containersiedlung für christliche Flüchtlinge

Die ersten Familien leben bereits im Pater-Werenfried-Dorf.

Die ersten Familien leben bereits im Pater-Werenfried-Dorf.

Die Eroberung der Millionenstadt Mossul im Nordirak und der angrenzenden Ninive-Ebene durch die Terrorbewegung „Islamischer Staat“ im Sommer 2014 löste unter den Christen und anderen religiösen Minderheiten eine Massenflucht aus. Oft blieb ihnen keine Zeit und sie mussten sich umgehend in Sicherheit bringen. So konnten sie kaum etwas mitnehmen.

120 000 Christen haben Zuflucht gesucht in der Autonomen Region Kurdistan im Norden des Iraks, vor allem in der Gegend von Dohuk und in der Stadt Erbil. Von der Zentralregierung in Bagdad haben die Flüchtlinge bislang keinerlei Unterstützung erhalten. Einzig die Kirche kümmert sich um die traumatisierten Menschen.

Nachdem die Flüchtlinge zunächst in Zelten, Turnhallen, Schulen und anderen Notunterkünften im christlichen Stadtteil von Erbil, in Ankawa, unterkommen konnten, müssen jetzt dringend für alle solidere Wohnmöglichkeiten gefunden werden. Denn der Winter naht, und der kann kalt werden im Nordirak, mit Frost und Schnee. Die Schulen konnten zudem nur bis Mitte Oktober genutzt werden – so lange dauern im Irak die Sommerferien.

Erzbischof Baschar Warda zu Besuch auf der Baustelle des Pater-Werenfried-Dorfes.

Erzbischof Baschar Warda zu Besuch auf der Baustelle des Pater-Werenfried-Dorfes.

Bessere Wohnmöglichkeiten sind auch deshalb notwendig, um den Flüchtlingen wenigstens eine gewisse Perspektive bieten zu können. Denn die gegenwärtige Lage der Christen ist dramatisch – manche Kirchenvertreter stellen sogar einen Vergleich mit dem Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren an. Damals wurde ein ganzes christliches Volk fast vollständig ausgelöscht.

Beim Aufbau des Pater-Werenfried-Dorfes.

Beim Aufbau des Pater-Werenfried-Dorfes.

So rufen die Bischöfe im Irak dazu auf, alles Erdenkliche zu tun, um die Präsenz der Christen im Irak zu erhalten. Dort reichen die Wurzeln mancher christlicher Gemeinden bis in die Zeit der Apostel zurück. Da momentan völlig ungewiss ist, ob die Flüchtlinge je wieder in ihre eigenen Häuser und Wohnungen zurückkehren können, werden feste Wohncontainer für sie errichtet.

KIRCHE IN NOT wird die Anschaffung und Errichtung von 150 solchen Wohncontainern finanzieren. Pro Container wird eine Familie untergebracht. Außerhalb der Container gibt es gemeinschaftlich zu nutzende sanitäre Anlagen wie Toiletten, Duschen, Waschräume und Anlagen zur Wasserversorgung.

In Erinnerung an den Gründer von KIRCHE IN NOT soll die Containersiedlung „Pater-Werenfried-Dorf“ genannt werden. Das Grundstück für die Siedlung wurde von der Stadtverwaltung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Kosten für die 150 Wohncontainer betragen rund 470.000 Euro und werden von KIRCHE IN NOT übernommen.

Helfen Sie mit Ihrer Spende

Sie können einfach und sicher online spenden oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
Kontonummer: 215 20 02
BLZ: 750 903 00
LIGA Bank München

IBAN: DE63750903000002152002
BIC: GENODEF1M05

14.Nov 2014 14:08 · aktualisiert: 24.Nov 2014 11:15
KIN / S. Stein