SYRIEN

Brunnen für ein Altenheim

Eine alte Frau wird gefüttert.

Eine alte Frau wird gefüttert.

1860 wurde die Gesellschaft des heiligen Vinzenz von Paul im Libanon sesshaft. Seit 1898 sind die Vinzentinerinnen auch im syrischen Aleppo aktiv. Aber noch niemals in ihrer Geschichte ging es ihnen hier so schlecht oder waren die Umstände so katastrophal wie heute.

Schwester Ella Bitar, die uns für ihre von der Welt abgeschnittenen Mitschwestern aus dem Libanon schreibt, berichtet: „Die Existenz und das Fortbestehen der ‚Saint Mansour Charity Association’ (so heißt die Gesellschaft des heiligen Vinzenz von Paul hier aus rechtlichen Gründen) steht auf dem Spiel.“ Und damit das Schicksal von 31 Bewohnern des Altenheims und von zehn Angestellten.

Sie waren ganz zufrieden in ihrem großzügigen Zuhause mitten in der Altstadt von Aleppo, wo sie alles hatten, was sie brauchten – drei Mahlzeiten täglich und liebevolle pflegerische und ärztliche Betreuung. Sie hatten die Möglichkeit die Messe im Haus zu besuchen und nutzten das Dach für ihre Erholung im Freien – bis die Scharfschützen kamen. Bisher gab es jedoch glücklicherweise nur Schäden am Haus, aber es kamen keine Bewohner des Altersheims zu Schaden.

Auch die Sicherung der Versorgung ist wegen des Embargos ein immenses Problem. Vor dem Krieg in Syrien reichten etwa sieben US-Dollar für jeden der Bewohner pro Tag aus. Heute sind es rund 20 Dollar. Lebensmittel gelangen nur durch wenige Straßen in die Stadt, die lange völlig von Terroristen kontrolliert wurden.

Junge Männer füllen Eimer mit Wasser.

Junge Männer füllen Eimer mit Wasser.

Erst seit kurzem hat die Armee diese Straßen wieder befreit und durchlässig gemacht. Meistens läuft der eigene Generator, weil die Stromversorgung unzuverlässig geworden ist. Die Ölpreise sind explodiert. Aber Öl wird gebraucht, um im Winter zu heizen und um den Generator zu betreiben.

Am schwierigsten aber ist die Wassersituation. Im Mai beispielsweise war die Wasserzufuhr für zwölf Tage komplett unterbrochen. Der Kauf von Mineralwasser war nötig … unnötige Anstrengung, Kosten, Sorgen.

Keine Hilfe aus dem Umfeld

Deshalb möchten die Vinzentinerinnen einen eigenen Brunnen bohren, um unabhängig zu sein. Eine Bohrung bis zu 150 Metern Tiefe wird dazu notwendig sein. 17 bis 23 US-Dollar kostet der Meter. „Genaueres ist in diesen unsicheren Zeiten einfach nicht vorherzusagen“, meint Schwester Ella realistisch.

Hilfe aus dem nahen Umfeld ist nicht zu erwarten „Unsere Einkommensquellen schwinden. Die Wohlhabenderen haben Aleppo und das Land schon verlassen.“

Wir möchten den Schwestern gern eine Sorge abnehmen und benötigen dafür noch 2.500 Euro.

KIN / S. Stein